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World on Paper

Herbstlektüre, Teil 1 – Lesenswertes über Möbel und Weltrettung

Natürlich eignet sich das ganze Jahr dazu, tief in ein spannendes Buch einzutauchen. Aber die Herbstabende drinnen im Warmen zu verbringen, während draußen das Wetter unerfreuliche Kapriolen aufführt, wird durch fesselnde Lektüre besonders versüßt. Für designinteressierte Bücherwürmer halten die Herbstprogramme der einschlägigen Verlage eine Vielzahl Lesenswertes bereit.

Beginnen wir in Berlin, wo im Palais Populaire der Deutschen Bank derzeit die Ausstellung „The World on Paper“ läuft. Dort werden 300 Höhepunkte aber auch Neuentdeckungen aus der Sammlung Deutsche Bank präsentiert. Der Fokus liegt dabei auf der Faszination, die das Medium Papier auf Künstler seit der Nachkriegsmoderne ausgeübt hat. Auf drei Stockwerken wird das Thema in unterschiedlichen Bereichen aufgearbeitet. Das Untergeschoss ist der Auseinandersetzung mit den wachsenden urbanen Räumen gewidmet. Das Spektrum der Arbeiten reicht dabei von Doug Aitkens Ultraworld-Serie, bis zu Werken, die den urbanen Raum situationistisch erkunden, wie Larissa Fassler oder Charles LaBelle. Andere Künstler, wie etwa Andrea Zittel oder Basim Magdy, beschäftigen sich mit bunteren Visionen für die Zukunft. Der Katalog zur Ausstellung erscheint mit Texten von Friedhelm Hütte, Elsy Lahner, Lothar Müller und Katharine Stout im Kerber Verlag.

Atlas des Möbeldesigns
Mit dem „Atlas des Möbeldesigns“, das für diesen Herbst ankündigt war und nun erst 2019 erscheinen soll, liefert das Vitra Design Museum ein neues Grundlagenwerk zur Geschichte des Möbeldesigns. Auf mehr als 1000 Seiten werden 1.700 Objekte von ca. 550 Designern dokumentiert. Das Werk enthält mehr als 2.800 Abbildungen von Entwurfszeichnungen, Interieurs, Objektdetails, Patenten, Broschüren, Kunstwerken und Gebäuden. Der „Atlas des Möbeldesigns“ erzählt von den bedeutendsten Designer der letzten 230 Jahre und dokumentiert alle wichtigen Phasen der Designgeschichte. Unter anderem Möbel des 19. Jahrhunderts aus Bugholz und Metall, Entwürfe aus der Zeit des Jugendstils und der Sezession, Designikonen von Protagonisten der Moderne wie Le Corbusier, Gerrit Rietveld, Marcel Breuer oder Eileen Gray, aber auch Möbel der Nachkriegszeit, der Postmoderne und der Gegenwart von Gestaltern wie Charles und Ray Eames, Eero Saarinen, Finn Juhl, Hans J. Wegner, Ettore Sottsass, Philippe Starck, Hella Jongerius, Jasper Morrison oder Konstantin Grcic. Mateo Kries, Co-Direktor des Vitra Design Museums und Herausgeber des Buches erklärt: „Der Atlas ist die Summe von über 20 Jahren Forschung im Vitra Design Museum. Er zeichnet ein Porträt unserer kompletten Sammlung und gibt zugleich eine nie da gewesene Übersicht zur Geschichte des modernen Möbels. Indem es neueste Forschungsergebnisse berücksichtigt, bestehendes Wissen hinterfragt und die jeweils besten Experten zu Wort kommen lässt, soll das Buch die Forschung zum Thema Möbeldesign auf eine neue Grundlage heben. Der inhaltliche Bogen des Buches reicht von den Anfängen der Industrialisierung bis zur Digitalisierung, die heute auch das Möbeldesign zunehmend beeinflusst.‘‘

Nordic Way of Life
Das Faible für Möbel und Einrichtungen aus dem hohen Norden ist nach wie vor ungebrochen. Auch der gestalten-Verlag ist sich dessen bewusst und bringt mit dem Werk „Northern Comfort“ Geschichten rund um die Menschen des Nordens, besondere Zeitgenossen, kreative, mutige Visionäre, die mit ihren ganz eigenen Anschauungen ein etwas anderes Bild vom Leben in Nordeuropa zeichnen – weit ab von den üblichen Klischees.
Eine weitere Neuerscheinung von gestalten in diesem Herbst, beschäftigt sich mit einem der brennendsten Themen der Gegenwart überhaupt: der Wohnungsnot. Im Buch „Super Buden“ wird die Sache optimistisch angegangen und es werden clevere Einrichtungsideen für kleine Wohnungen vorgestellt. Hier erfahren die Leser*innen wie aus der Not eine Tugend gemacht werden kann. Smarte Stauraumlösungen und Ideen zur Kombination von Küche, Wohn-, und Schlafzimmer, zeigen, was auf kleinstem Raum möglich ist.

Die Welt des Grafikdesigns
Der zweite Band der „Geschichte des Grafikdesigns“ erscheint in Kürze im TASCHEN-Verlag. In diesem Band zeichnet Jens Müller die Entwicklung des Grafikdesigns von 1960 bis heute nach. Rund 3.500 Arbeiten der letzten sechzig Jahre aus aller Welt werden vorgestellt und 78 besonders markante Projekte und Kampagnen im Detail präsentiert. Dazu kommen Porträts wichtiger Gestalter, Zeitachsen für jedes Jahrzehnt und ein ausführlicher Anhang. Das macht dieses Werk zu einer wahren Enzyklopädie des Kommunikationsdesigns – von der Hippie-Bewegung bis zu ganz neuen Formen von Bildsprache in der Gegenwart.

Von Best of Interior und außergewöhnlichen Sanierungen
Im Oktober erscheint bei teNeues das Buch „Interior Design Review. Best Interior Design on the Planet“. 50 Interieurexperten und deren Einrichtungskonzepte werden hier präsentiert: von opulenter Eleganz bis zu strengem Minimalismus. Die Bandbreite wird durch viele Fotos illustriert und die Protagonisten sprechen über ihre jeweilige Philosophie. Außerdem werden landesspezifische Trends und gegenseitige Einflüsse veranschaulicht. Ebenfalls bei teNeues ist ein Band erschienen, in dem sich Macarena Abascal Valdenebro mit dem Thema der Wohnungs- und Hausrenovierung beschäftigt. Die Autorin aus Barcelona stellt Eigenheime vor, die mit dem Anspruch erneuert wurden, einem modernen Lebens- und Wohnstil zu entsprechen. Die Eingriffe in die Bestandsgebäude sind dabei oft erheblich, weil alte Häuser in viele kleinere Räume zerteilt sind und heute genau das Gegenteil in ist – nämlich offene Grundrisse, die sehr luftig und groß sein sollen. Dieses Buch präsentiert Renovierungen, die von eher kosmetischen Korrekturen bis zur vollständigen Entkernung des Gebäudes reichen.

Kreative retten den Planeten
Der Band „Eco-Visionaries“ widmet sich Architekten und Künstlern, die sich in visionärer Art und Weise für Nachhaltigkeit und das gefährdete Ökosystem einsetzen. Damit gibt das Werk auch eine Antwort darauf, was Kunst und Architektur leisten können, wenn die Wissenschaft an ihre Grenzen stößt. „Eco-Visionaries“ ist die Bestandsaufnahme eines Projekts, für das sich vier große internationale Museen zusammengetan haben, um wichtige zeitgenössische Positionen zusammenzutragen, die sich mit den Bereichen Ökologie und globalem geologischem Wandel beschäftigen. Hier werden künstlerische Strategien aus den Bereichen Video, Sound, Malerei, Architektur und Installation vorgestellt, die sich mit der Rolle des Menschen auf der Erde beschäftigen. Dabei widmet sich Eco-Visionaries vor allem radikalen Visionen, die sich mit der Nutzung von Energie, Ressourcen und Umwelt auseinandersetzen. Und liefert damit Ansätze, die dringend benötigt werden.

 

Zwecks Vorfreude hier ein kurzes Video über den “Atlas des Möbeldesigns”

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