Home Design-TickerDer Design-Ticker | 15. Oktober 2026

Der Design-Ticker | 15. Oktober 2026

von redaktion

Der heutige Design-Ticker zeigt, wie Gestaltung über die Form einzelner Objekte hinausgeht. Renaults variables Sitzkonzept und Rivians Halloween-Inszenierung erweitern die Vorstellung davon, was ein Auto im Innenraum und als digitales Erlebnis leisten kann. Die Beiträge über „Girls“ und Joan Crawford verdeutlichen, wie Wohnungen soziale Verhältnisse, persönliche Identität und Lebensentwürfe widerspiegeln. Die Amman Design Week und der Blick auf kindgerechtes Design lenken die Aufmerksamkeit auf kulturelle Weitergabe und unmittelbare Erfahrung: Gestaltung entsteht hier aus dem Zusammenspiel von Material, Erinnerung, Wahrnehmung und alltäglicher Nutzung.

Core77 – Renaults E-Space denkt den Innenraum vom Sitz aus

Mit dem E-Space Concept knüpft Renault an den ursprünglichen Espace von 1984 an und überträgt dessen Idee eines variablen Familienfahrzeugs in die Elektromobilität. Besonders auffällig ist die Gestaltung der sechs Einzelsitze: Lackierte, skulpturale Schalen erinnern an Entwürfe von Pierre Paulin und setzen sich von den üblichen Schalensitzen im Automobil ab. Die Sitze lassen sich drehen und flexibel konfigurieren; die Plätze der zweiten Reihe können beispielsweise um 180 Grad geschwenkt werden, sodass eine einander zugewandte Sitzgruppe entsteht. Das Konzeptfahrzeug ist zwar keine konkrete Serienankündigung, zeigt aber, wie stark sich der Innenraum künftig an Wohn- und Aufenthaltsqualitäten orientieren könnte. (Quelle: Core77, https://www.core77.com/posts/145651/The-Wild-Looking-Seating-in-Renaults-E-Space-Concept)

Domus – Die Wohnungen aus „Girls“ erzählen vom Erwachsenwerden

Die HBO-Serie „Girls“ von Lena Dunham kehrt mit fünf neuen Episoden zurück. Domus nimmt diesen Anlass, um die Wohnungen ihrer Figuren erneut zu betrachten – als Ausdruck einer Generation, die zwar erwachsen werden möchte, aber mit hohen Mieten, unsicheren Lebensverhältnissen und finanziellen Grenzen konfrontiert ist. Hannahs unaufgeräumte Wohnung in Brooklyn, Shoshannas farbenfrohes Studio und Jessas wechselnde Unterkünfte sind keine bloßen Kulissen, sondern charakterisieren unterschiedliche Vorstellungen von Selbstständigkeit. Gerade der Kontrast zwischen den erträumten und den tatsächlich verfügbaren Lebensräumen macht die Serie aus heutiger Sicht interessant. Wohnen wird zum sichtbaren Maßstab dafür, wie weit persönliche Wünsche und materielle Möglichkeiten auseinanderliegen. (Quelle: Domus, https://www.domusweb.it/en/news/2026/10/15/girls-tv-series-homes-apartments-hannah-lena-dunham.html)

Interni – Wie Kinder Design mit allen Sinnen entdecken

Wie lässt sich Kindern Design vermitteln? Der Beitrag von Interni stellt eine Perspektive in den Mittelpunkt, die weniger auf Erklärungen als auf unmittelbare Erfahrungen setzt. Kinder erschließen sich Materialien, Formen und Räume durch Berühren, Beobachten, Hören und Ausprobieren. Michele De Lucchi, Kreativdirektor des Museo del Design Italiano an der Triennale Milano, verweist auf die besondere sensorische Wahrnehmung von Kindern. Seit 2025 bietet das Museum mit dem Play Space dafür eigene Workshops und Aktivitäten. Der Ansatz stellt zugleich gängige Vorstellungen von kindgerechter Gestaltung infrage. Statt Räume lediglich zu verkleinern oder mit vermeintlich kindlichen Formen auszustatten, sollten sie Entdeckung ermöglichen und Kinder als aktive Nutzer ernst nehmen. (Quelle: Interni, https://www.internimagazine.com/features/abitare-il-progetto-come-i-bambini-incontrano-il-design/)

Interior Design – Amman Design Week rückt regionale Gestaltung in den Fokus

Nach sieben Jahren Pause findet die Amman Design Week vom 2. bis 17. Oktober wieder statt. Unter dem Motto „Accumulations“ untersucht die Veranstaltung, wie Alltagspraktiken, kulturelle Traditionen und unterschiedliche Landschaften das Design in Jordanien und der Region prägen. Zu den vorgestellten Arbeiten zählt die Konsole Badia von Decoration One, in deren Oberfläche getrocknete einheimische Pflanzen in Harz eingeschlossen sind. Aseel Alamoudi wiederum verwendet natürliches Wachs für Geschirr und Alltagsobjekte, in denen sich Spuren von Berührung und Gebrauch abzeichnen. Andere Projekte greifen traditionelle Formen der Gastfreundschaft, handwerkliche Techniken oder überlieferte Muster auf und übersetzen sie in zeitgenössische Möbel und Objekte. (Quelle: Interior Design, https://interiordesign.net/designwire/highlights-from-amman-design-week-2026/)

Architectural Digest – Joan Crawfords Häuser zwischen Hollywood-Glamour und Privatleben

Die Wohnorte von Joan Crawford spiegeln nicht nur den Aufstieg einer Hollywood-Ikone wider, sondern auch ihren persönlichen Zugang zu Einrichtung und Gastlichkeit. Besonders prägend war das Anwesen El JoDo im Los-Angeles-Stadtteil Brentwood, das sie 1929 kaufte und während der folgenden 26 Jahre wiederholt umgestalten ließ. Gemeinsam mit dem Innenarchitekten William Haines entwickelte Crawford eine opulente Wohnwelt mit satten Farben, Seidenstoffen, Brokat und aufwendig gestalteten Räumen. Ein Pool, Sportflächen und großzügige Außenbereiche ergänzten das Anwesen. Später lebte sie mit ihrem letzten Ehemann Alfred Steele auch in New York. Historische Fotografien zeigen, wie Crawford ihre Häuser als Rückzugsorte und zugleich als Bühnen für ein sorgfältig inszeniertes gesellschaftliches Leben nutzte. (Quelle: Architectural Digest, https://www.architecturaldigest.com/story/joan-crawford-at-home-10-photos-of-the-golden-age-great-in-her-socal-haven-and-nyc-aerie)

designboom – Rivian verwandelt Elektroautos in Ghostbusters-Fahrzeuge

Für Halloween 2026 verbindet Rivian Fahrzeugdesign mit interaktiver Unterhaltung und Filmnostalgie. Gemeinsam mit Sony Pictures hat der Elektroautohersteller eine Ghostbusters-Software für die Modelle R1T, R1S und R2 entwickelt, die vom 9. Oktober bis 2. November verfügbar ist. Lichtsequenzen, Filmsounds, veränderte Displays und ein Suchspiel mit versteckten Geisterfiguren machen das Auto zeitweise zur digitalen Geisterjägermaschine. Ergänzt wird die Aktion durch den Ecto-R1, einen eigens umgebauten R1S mit weißer Lackierung, roten Grafiken, restaurierten Einsatzleuchten und einem Dachaufbau, der an das berühmte Filmfahrzeug erinnert. Das Projekt zeigt, wie Software, Beleuchtung und Sound das Nutzungserlebnis eines Autos erweitern können – selbst dann, wenn der zusätzliche Zweck vor allem spielerischer Natur ist. (Quelle: designboom, https://www.designboom.com/technology/rivian-electric-car-ghostbusters-machine-halloween-2026-r1t-r1s-and-r2/)


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