Mit der Neuauflage des Sessels „Shogun“ erinnert der spanische Hersteller Kettal an den 100. Geburtstag des dänischen Designers Verner Panton. Der ursprünglich 1993 entworfene Lounge-Sessel zählt zu den späten Arbeiten Pantons – und zeigt dennoch all jene Merkmale, die ihn zu einer der radikalsten Figuren des internationalen Möbeldesigns machten: geometrische Klarheit, experimentelle Materialien und eine fast futuristische Vorstellung von Wohnen.
Der „Shogun“ basiert formal auf einem Zylinder. Zwei halbkreisförmige Schalen bilden Sitz und Rückenlehne und verleihen dem Möbel eine skulpturale Präsenz. Trotz seiner strengen Geometrie wirkt der Sessel dynamisch – nicht zuletzt durch die integrierten Rollen, die Bewegung ausdrücklich Teil des Entwurfs machen. Panton verstand Möbel nie als statische Objekte, sondern als Elemente einer flexiblen, sinnlichen Raumlandschaft.

Kettal interpretiert den Entwurf nun zeitgemäß neu: erhältlich in Polymer oder Holz, mit Leder- oder Stoffbezügen, richtet sich „Shogun“ gleichermaßen an Wohnräume, Hospitality-Projekte und moderne Arbeitswelten. Die Neuauflage trifft damit einen aktuellen Trend: Möbel, die zwischen Lounge, Office und Wohnbereich vermitteln.
Verner Panton gilt bis heute als Visionär des Pop- und Space-Age-Designs. Mit Ikonen wie dem freischwingenden „Panton Chair“ schrieb er Designgeschichte. „Shogun“ zeigt dagegen die ruhigere, konzentriertere Seite seines Spätwerks – reduziert, architektonisch und dennoch voller Bewegung.