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LIGNA: Die Kunst des scheinbar Unmöglichen

von Markus Schraml
LIGNA ist ein Beistelltisch aus massivem Holz, dessen Tischblatt, Sockel und zwei frei aufliegende Volumen sich ohne sichtbare Verbindung stapeln. © Röthlisberger

Es sind vier massive Holzelemente, die so angeordnet sind, dass man kaum glauben mag, sie könnten an ihrem Platz bleiben. Mit LIGNA loten Thomas Mang Studio und die Schweizer Möbelmanufaktur Röthlisberger die Grenzen zwischen Konstruktion und gestalterischer Illusion aus. Der Beistelltisch lebt von einem Widerspruch. Seine Teile vermitteln Instabilität, während das Möbel als Ganzes genau diese unwahrscheinliche Balance behauptet.

Tischplatte, Sockel und zwei frei aufliegende Volumen bilden eine Komposition, deren Gleichgewicht sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Der in München ansässige Architekt Thomas Mang macht das scheinbar Unmögliche zum Ausgangspunkt seines Entwurfs. Statt die Konstruktion durch sichtbare Verbindungen nachvollziehbar zu machen, überlässt er es der Wahrnehmung, an der Stabilität des Objekts zu zweifeln. Es ist ein gestalterisches Wagnis, denn die Form muss nicht nur funktionieren, sondern auch den Eindruck erwecken, sie dürfte eigentlich gar nicht halten.

Damit wird LIGNA zugleich zur Bewährungsprobe für das Handwerk. In der Schweizer Manufaktur Röthlisberger, die seit 1928 Möbel fertigt, trifft Mangs architektonisches Denken auf jahrzehntelange Erfahrung in der Massivholzverarbeitung. Wo die Konstruktion auf den ersten Blick jeder Selbstverständlichkeit widerspricht, sind Präzision und sorgfältige Abstimmung der Elemente entscheidend. Das Holz bleibt dabei in seiner Materialität präsent. Maserung, Kanten und Oberflächen werden nicht kaschiert, sondern zum Teil der Gestaltung.

Unter dem Label Rö Editions erscheint LIGNA in drei Ausführungen: Eiche, schwarze Nuss und schwarz gebeizte Weißtanne. Jede Variante ist auf 15 Exemplare limitiert. Der Name leitet sich vom lateinischen lignum für Holz ab. Das Material ist hier weit mehr als Werkstoff. Es trägt eine Konstruktion, die mit unseren Erwartungen an Stabilität spielt. LIGNA zeigt, wie handwerkliche Meisterschaft einen Entwurf möglich macht, dessen besondere Qualität gerade darin liegt, dass er zunächst unmöglich erscheint.

LIGNA gibt es in drei Oberflächen: strukturierte Eiche (gebürstet und mit Natureffekt lackiert), Schwarznuss (natur lackiert) sowie Weißtanne (gebürstet, schwarz gebeizt und lackiert).


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