Der heutige Design-Ticker beleuchtet Gestaltung in unterschiedlichen Maßstäben und Perspektiven. Ein japanisches Wohnhaus und Norman Fosters Armbanduhr zeigen, wie Reduktion und präzise abgestimmte Details sowohl Räume als auch Alltagsgegenstände prägen können. Die Rotterdam Biennale richtet den Blick auf die Infrastrukturen und wirtschaftlichen Bedingungen hinter der gebauten Umwelt, während Sophie Calle persönliche Erfahrungen in Kunst überführt. Wallpaper* und Architectural Digest beschäftigen sich schließlich mit dem Alltag: mit der technischen Ausstattung für mobiles Arbeiten und mit der Frage, wie sich veränderte Lebensumstände in Wohnformen niederschlagen.
Dezeen – Ein japanisches Wohnhaus reduziert Architektur auf das Wesentliche
Wie viel Raum braucht ein Mensch, der allein lebt? Mit dem Minimalist House in der japanischen Präfektur Shiga stellt FORM/Kouichi Kimura Architects die gängige Vorstellung infrage, dass ein Einpersonenhaushalt automatisch ein kleines Haus benötigt. Der 73 Quadratmeter große Bau besteht aus kubischen Volumen mit Wellblech und schwarzem Putz. Im Inneren verbinden offene Grundrisse, ein zweigeschossiger Luftraum und lange Sichtachsen die Wohnbereiche. Große Fenster eröffnen den Blick auf den nahe gelegenen Biwa-See. Zur Straße hin bleibt die Fassade weitgehend geschlossen, während sich das Haus zur Landschaft öffnet. (Quelle: Dezeen, https://www.dezeen.com/2026/10/29/minimalist-house-form-kouichi-kimura/)
designboom – Norman Foster überträgt seine Architekturphilosophie auf eine Armbanduhr
Was ein Gebäude, einen Stuhl und eine Armbanduhr verbindet, ist für Norman Foster die Frage, wie Form, Material und Funktion zusammenwirken. Gemeinsam mit dem Schweizer Uhrenhersteller LEBOND hat der britische Architekt seine erste Armbanduhr entwickelt. Ihr prägendes Detail ist der fließende Übergang zwischen Gehäuse und Armband. Auf herkömmliche Bandanstöße wurde verzichtet, sodass beide Elemente wie aus einem Guss erscheinen. Das Gehäuse aus Titan ist in einer naturbelassenen und einer mattschwarzen Ausführung erhältlich; eine drehbare 12-Stunden-Lünette erleichtert das Ablesen einer zweiten Zeitzone. Die Uhr zeigt, wie sich Fosters Interesse an Konstruktion und technischer Präzision auf ein wesentlich kleineres, alltäglich genutztes Objekt übertragen lässt. (Quelle: designboom, https://www.designboom.com/design/norman-foster-first-watch-lebond-good-design-scale-interview/)
Domus – Sophie Calle macht aus privaten Verlusten öffentliche Kunst
Die französische Künstlerin Sophie Calle beschäftigt sich seit mehr als vier Jahrzehnten mit Beziehungen, Abwesenheit und Erinnerung. Die Ausstellung „Sophie Calle. Including Marriages, Breakups, and Funerals“ im MAXXI in Rom versammelt acht Werkgruppen und ist die bislang umfangreichste Einzelausstellung der Künstlerin in Italien. Fotografien, Texte und Videoarbeiten verbinden persönliche Erlebnisse mit den Geschichten anderer Menschen. In „Exquisite Pain“ verarbeitet Calle das Ende einer Liebesbeziehung, indem sie ihre eigene Erfahrung mit den Berichten von 99 weiteren Personen über deren größte Schmerzen zusammenführt. Auch der Tod ihrer Mutter wird zum Gegenstand einer künstlerischen Auseinandersetzung. Calle verwandelt intime Erfahrungen dabei nicht in sentimentale Erzählungen, sondern untersucht, wie Bilder und Worte dem Verlust eine Form geben können. (Quelle: Domus, https://www.domusweb.it/en/art/gallery/2026/10/28/sophie-calle-maxxi-rome-exhibition-marriages-breakups-funerals.html)
Interni – Die Architektur hinter den sichtbaren Dingen
Die zwölfte Internationale Architekturbiennale Rotterdam richtet den Blick auf jene Systeme, ohne die Gebäude und Städte nicht funktionieren würden. Unter dem Titel „Systems of Support“ stehen Wasser, Energie, Rohstoffe, Logistik, Finanzierung und gesellschaftliche Netzwerke im Mittelpunkt. Mehr als 50 Projekte, Installationen und Forschungsarbeiten untersuchen, wie diese oft unsichtbaren Zusammenhänge die gebaute Umwelt prägen – von globalen Lieferketten bis zur Umnutzung industrieller Areale. Die Biennale fand im ehemaligen Industriekomplex Piekfabriek statt und lief bis 29. November 2026. Ihr Ansatz erweitert den architektonischen Blick von der Form eines einzelnen Gebäudes auf die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bedingungen, unter denen Architektur überhaupt entstehen kann. (Quelle: Interni, https://www.internimagazine.com/agenda/agenda-events/iabr-2026-dentro-ai-sistemi-che-sostengono-il-mondo/)
Wallpaper* – Zehn Gadgets für mobiles Arbeiten
Das Büro ist längst nicht mehr an einen festen Arbeitsplatz gebunden. Wallpaper* stellt zehn technische Begleiter vor, die mobiles Arbeiten erleichtern sollen – vom Acer Swift Blade 14 mit einem Gewicht von nur 799 Gramm bis zu kompakten Ladegeräten, externen SSDs und faltbaren Tastaturen. Die Auswahl umfasst auch neue KI-Werkzeuge, darunter Ohrhörer mit Übersetzungsfunktion und Geräte, die Gespräche aufzeichnen und automatisch transkribieren. Manche Lösungen sind ausgesprochen praktisch, andere werfen Fragen nach tatsächlichem Mehrwert und Datenschutz auf. Die vorgestellten Produkte zeigen, wie stark sich die Gestaltung mobiler Technik an einem Spannungsfeld orientiert: Geräte sollen möglichst klein und leicht sein, zugleich aber die Funktionen eines zunehmend ortsunabhängigen Arbeitsplatzes abdecken. (Quelle: Wallpaper*, https://www.wallpaper.com/tech/new-remote-working-gadgets)
Architectural Digest – Brock Purdy und der Traum vom eigenen Zuhause
Der Quarterback der San Francisco 49ers, Brock Purdy, führte in den ersten Jahren seiner NFL-Karriere einen vergleichsweise bescheidenen Lebensstil und teilte sich zeitweise ein Haus mit Teamkollegen. Nach seiner Heirat 2024 bezog er mit seiner Frau ein Mietshaus in der San Francisco Bay Area, das mit robusten Möbeln und Stauraum für den Familienalltag eingerichtet wurde. Mit seinem 2025 unterzeichneten Fünfjahresvertrag über 265 Millionen US-Dollar eröffnete sich für Purdy auch finanziell eine neue Situation. Architectural Digest berichtet zudem über eine Immobilie in Nashville, die Purdy gekauft haben soll. Teamkollege George Kittle rechnet damit, dort künftig sein Nachbar zu sein. Der Beitrag erzählt damit nicht nur von Immobilien, sondern auch davon, wie sich die Wohnbedürfnisse eines Profisportlers mit wachsendem Einkommen und veränderten familiären Lebensumständen wandeln. (Quelle: Architectural Digest, https://www.architecturaldigest.com/story/where-does-brock-purdy-live-exploring-the-homes-of-the-san-francisco-49ers-quarterback)