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Kaj Franck erobert Japan

von redaktion
Trinkgläser und Dekanter von Kaj Franck für Nuutajärvi 1953 – 1955. Foto © Rauno Träskelin

Mit Kaj Franck – Timeless Finland Design widmet Japan einem der bedeutendsten Gestalter Finnlands erstmals eine große Retrospektive. Die vom japanischen Verlag Asahi Shimbun gemeinsam mit dem Architecture & Design Museum Helsinki entwickelte Wanderausstellung versammelt mehr als 250 Objekte und zeichnet Francks Werk über vier Jahrzehnte nach.

Zu sehen sind jene Entwürfe, mit denen Kaj Franck Designgeschichte schrieb: Keramiken für Arabia, Glasarbeiten für Nuutajärvi sowie selten gezeigte Textilien und Holzspielzeug aus den 1940er Jahren. Besonders eindrucksvoll ist der Fokus auf sein späteres Werk, das ab den 1960er Jahren in enger Zusammenarbeit mit den Glasbläsern von Nuutajärvi entstand.

Doch die Schau belässt es nicht bei einer klassischen Werkschau. Sie beleuchtet auch Francks intensive Beziehung zu Japan, das er dreimal bereiste. Die Begegnung mit japanischer Ästhetik – ihre Reduktion, Materialehrlichkeit und funktionale Klarheit – prägte sein Denken nachhaltig. Gerade darin liegt die bis heute ungebrochene Anziehungskraft seiner Entwürfe.

Kuratiert von Harry Kivilinna, werden in der Ausstellung Objekte durch Skizzen, Fotografien und Archivmaterial ergänzt. Zugleich macht sie Francks Einfluss auf nachfolgende Generationen sichtbar, etwa auf Oiva Toikka, Vuokko Nurmesniemi oder Harri Koskinen.

Kaj Franck 1953, Foto © Pietinen

Ihre zweijährige Tour startet am 25. April 2026 im Oita Prefectural Art Museum. Anschließend reist die Ausstellung ins Iwami Art Museum, ins Museum Eki KYOTO sowie in die Tokyo Opera City Art Gallery. Weitere Stationen sollen folgen. Dass finnisches Design in Japan seit Jahren auf große Resonanz stößt, dürfte auch dieser Retrospektive einen erfolgreichen Weg bereiten.


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