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fferrone inszeniert Glas als Laufsteg-Performance

von redaktion
fferrone zeigte mit Surreal Glass eine ungewöhnliche Laufsteg-Inszenierung in Mailand. © fferrone

Während der Milan Fashion Week zeigte das Designlabel fferrone mit Surreal Glass eine ungewöhnliche Laufsteg-Inszenierung. Statt Mode standen Glasobjekte im Mittelpunkt. In den Räumen von Archiproducts Milano wurden die filigranen Stücke der Marke präsentiert – als wären sie Schmuck, Requisiten oder skulpturale Accessoires.

Die neunminütige Performance verzichtete auf Mode oder klassische Styling-Elemente. Vielmehr wurden die Glasobjekte selbst zu Protagonisten erhoben. Studenten aus dem Product-Design-Studiengang des Politecnico di Milano bewegten sich – ganz in Schwarz gekleidet – über den Laufsteg, hielten Karaffen wie schwebende Objekte im Raum oder verschränkten ihre Hände zu surreal wirkenden Gesten.

Die Schau markierte zugleich ein Jubiläum: Vor 25 Jahren begann die Designerin und Architektin Felicia Ferrone in Mailand mit ihrer experimentellen Auseinandersetzung mit Glas. Ihre Entwürfe verstehen Gläser nicht nur als Gebrauchsobjekte, sondern als räumliche Elemente, die Funktion und skulpturale Form verbinden. Handgefertigt in traditionellen böhmischen Glaswerkstätten entstehen filigrane Objekte aus Borosilikatglas, deren präzise Proportionen und überraschende Geometrien zu einem Markenzeichen wurden.

Ferrones Designs haben längst eine kulturelle Reichweite über die Designszene hinaus. Ihre Gläser erscheinen regelmäßig in internationalen Filmproduktionen und Serien, etwa in der Science-Fiction-Reihe Star Wars oder im Actionfilm John Wick: Chapter 4. Regisseure greifen auf die Objekte zurück, weil ihre Formensprache eine futuristische Ästhetik ausstrahlt.

Mit Surreal Glass verwandelte Felicia Ferrone ihre außergewöhnlichen Gläser in performative Designobjekte, bei denen Funktion in Bewegung überging – könnte man interpretieren. Andererseits ist diese Art von Produktpräsentationen in einem Laufsteg-Setting immer ein wenig problematisch, da sie auch von professionellen Models dargebracht, stets etwas ungelenk wirken. Dass Felicia Ferrone für die Präsentation Studenten heranzog, ist angesichts ihrer Tätigkeit als Designprofessorin nachvollziehbar. Zugleich wirkte deren Auftreten bisweilen weniger präzise, als es die Eleganz der Glasentwürfe nahelegt. Ob professionelle Models oder Tänzer der Inszenierung mehr Überzeugungskraft verliehen hätten, ist allerdings fraglich.


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