Im Vorfeld der London Craft Week öffnet die Ausstellung The Ground of Things bereits jetzt ihre Türen: Seit dem 7. April ist die Schau in der Charles Burnand Gallery zu sehen – und damit deutlich früher als der Festivaltermin (11. – 17. Mai).
Im Mittelpunkt steht die amerikanisch-britische Künstlerin Dawn Bendick, die hier erstmals eine Serie von Teppichen präsentiert. Entstanden in Zusammenarbeit mit FJ Hakimian, markieren diese Werke eine Erweiterung ihrer bislang vor allem auf Glas ausgerichteten Arbeit.

Dabei wirkt dieser Schritt weniger als ein Richtungswechsel, sondern vielmehr wie eine folgerichtige Entwicklung. Bendick überträgt ihre skulpturale Herangehensweise in die Fläche: Farbe, Rhythmus und Volumen bleiben bestimmend, während Materialien wie Wolle und Seide das Licht auf eigene Weise aufnehmen und reflektieren – im Dialog mit den parallel gezeigten Glasarbeiten.
Die in Nepal gefertigten Teppiche basieren auf traditionellen tibetischen Webtechniken und verbinden handwerkliche Präzision mit zeitgenössischer Formensprache. Ergänzt werden sie durch neue Glasskulpturen, dem Ausgangspunkt ihrer gestalterischen Überlegungen.

Die Ausstellung inszeniert diese Beziehung auf Augenhöhe: Textile Arbeiten erscheinen nicht als Beiwerk, sondern als gleichwertige, Bedeutung tragende Elemente. In einer reduzierten Materiallandschaft aus Rohstoffen, Formen und Farbstudien wird der Entstehungsprozess nicht didaktisch erläutert, sondern atmosphärisch erfahrbar.
„The Ground of Things“ verdichtet so zentrale Fragen nach Material, Farbe und Form – und zeigt, wie selbstverständlich sich diese zwischen den Medien verschieben lassen.