Die Wood Awards 2025 feiern einmal mehr die Vielfalt, Innovation und Nachhaltigkeit in der britischen Holzarchitektur und dem Designen mit Holz. In diesem Jahr stehen Gewinnerprojekte im Rampenlicht, die nicht nur durch ihre gestalterische Qualität überzeugen, sondern auch durch ihren Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Zukunft. Von öffentlichen Bildungsbauten über private Refugien bis hin zu kunstvollen Objekten zeigt die diesjährige Auswahl eindrucksvoll, wie Holz weit mehr ist als ein traditioneller Werkstoff.
Gold Award – Feilden Fowles: Urban Nature Project
Den begehrten Gold Award (gleichzeitig Kategoriegewinner Education & Public Sector) errang Feilden Fowles mit dem Urban Nature Project – einem zukunftsweisenden Bauvorhaben im Garten des Natural History Museum. Auf rund fünf Hektar entstand eine grüne Oase mit zwei neuen Holz- und Steingebäuden: ein Besucher-Café („Garden Kitchen“) und ein Nature Activity Centre für Bildung und Forschung. Durch den Einsatz lokal gewachsener Douglas-Fir-Gluam-Träger und britischem Kalkstein entsteht ein intensiver Dialog mit dem umgebenden Naturerbe. Das Café glänzt mit einem gestuften Dach und einer verglasten Laterne, die natürliche Lüftung erlaubt. Der Pädagogik-Pavillon erinnert in seiner Form mit asymmetrischem Western-Red-Cedar-Schindeldach an traditionelle Stallbauten und nutzt das Dach gleichzeitig zur Regenwassersammlung. Mit Handwerkskunst, regionalen Materialien und kluger Konstruktion setzt das Projekt Maßstäbe für nachhaltiges, sensitives Bauen.

Jim Greaves, leitender Juror, betont die harmonische Integration der Gebäude in die Gärten und ihre feinsinnige Holzausführung: „Das Holz ist sichtbar, aber geschützt; leicht, elegant – und doch strukturell ausgeklügelt.“ David Hopkins, CEO von Timber Development UK, unterstreicht den symbolischen Wert: „Hier verschmelzen Holzhandwerk, nachhaltige Forstwirtschaft und nationales Erbe in einem öffentlichen Bildungsraum.“
Die Kategoriegewinner
In den weiteren Kategorien der Wood Awards 2026 überzeugten Projekte, die auf sehr unterschiedliche Weise die Bandbreite des Holzbaus und -designs repräsentieren. Der Small Project-Gewinner etwa ist ein äußerst durchdachtes Kleinbauwerk, das trotz seiner kompakten Größe durch klare Formen, effiziente Struktur und ganzheitliches Design beeindruckt – ein Beleg dafür, dass auch kleine Bauvorhaben große Wirkung entfalten können. Der mit dem Structural Award ausgezeichnete Entwurf besticht durch technische Raffinesse: Die Tragwerkslösung demonstriert auf eindrucksvolle Weise, wie Holz strukturell leistungsfähig und gleichzeitig ästhetisch überzeugend eingesetzt werden kann.
Im Bereich Gewerbe & Freizeit (Commercial & Leisure + Sustainability) wurde ein Projekt geehrt, das Funktionalität und Gestaltungsqualität verbindet – ein Holzbau, der nicht nur wirtschaftlich tragfähig ist, sondern auch gestalterisch mit Charakter brilliert. Bei den Interiors überzeugte ein Projekt mit seiner warmen Holzausführung, feiner Verarbeitung und stimmiger Materialwahl, die den Innenraum zu einem naturnahen Rückzugsort macht.
Den Wohnbau-Award (Residential) erhält die Wohnanlage Chowdhury Walk. Sie besteht aus elf zweigeschossigen Häusern in Brettsperrholzbauweise und ist ein Paradebeispiel für hochwertigen sozialen Wohnungsbau in London. Das Projekt ist Teil eines neuen Wohnungsbauprogramms des Bezirks Hackney, das die Entwicklung kleiner, ungenutzter Grundstücke anstelle der Sanierung bestehender Wohnsiedlungen zum Ziel hat. Die Kategorie Restaurierung & Umnutzung (Restoration & Reuse) gewinnt das im Cotswolds National Landscape gelegene Projekt „The Cowshed“. Dort wurde eine kleine, denkmalgeschützte Scheune behutsam in ein Zweizimmer-Apartment verwandelt. Die ursprüngliche Scheune bestand aus einem eingeschossigen Kuhstall mit Bullenbox und darüberliegendem Heuboden. Das Ganze war in einem sehr schlechten Zustand.
Auch im Möbel- und Objektdesign haben unabhängige Gestalter und Produzenten Großes geleistet: Im Bereich Bespoke wurde ein Einzelstück für seine meisterliche Handwerkskunst und Ausdruckskraft prämiert. Der Production Made-Sieger zeigte, wie Holzdesign auch in Serie nachhaltig, hochwertig und attraktiv umgesetzt werden kann. Der Student Designer-Preis würdigte einen Entwurf mit großer gestalterischer Kraft – ein vielversprechender Ausblick auf die Zukunft des Holzdesigns.
Aus dem Feld des Kunsthandwerks kommen die beiden Sieger der Sculpted Object-Kategorie. The Growth Project von Darren Appiagyei ist eine Kollektion kunstvoll gefertigter Gefäße, die die einzigartige Schönheit und die unregelmäßigen Wachstumsmuster organischen Materials erforscht. Gleichzeitig ehrt der Gestalter damit seine Mutter, die an Myomen verstarb. Red Knot von Laura Welsh wiederum ist ein handgeschnitzter, dampfgebogener „Knoten“ aus Ahornholz, den die Designerin mit rotem Ockerpigment überzogen hat. Die verschlungene Form ist von traditionellen Handwerkskünsten wie Weben und Netzknüpfen inspiriert. Anstatt eine Oberfläche aus Fäden zu formen, wird hier die fadenartige Struktur sorgfältig aus massivem Holz herausgearbeitet.
Holz ist mehr als ein Baustoff
Die Wood Awards 2026 machen deutlich, wie facettenreich und zukunftsweisend Holz heute eingesetzt werden kann – von Bildungsstätten über private Domizile bis hin zu handwerklich gestalteten Objekten. Besonders das mit dem Gold Award ausgezeichnete Urban Nature Project zeigt, wie Architektur, Landschaft und Material in einem nachhaltigen Dialog stehen können. Die diesjährigen Sieger tragen mit ihrem Holzbau nicht nur zur Ästhetik bei, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Transformation unserer gebauten Umwelt.