Home DesignPhysische Manifestation und digitaler Prozess: Vito Boox in Rotterdam und Mailand

Physische Manifestation und digitaler Prozess: Vito Boox in Rotterdam und Mailand

von redaktion
PORTAL von Vito Boox. © Vito Boox

Der belgische Designer und Künstler Vito Boox bewegt sich an der Schnittstelle von digitaler Gestaltung und handwerklicher Praxis. Seine Arbeiten, die sich an natürlichen Prozessen wie Wachstum, Erosion und Verfall orientieren, zielen auf eine zeitgenössische Art des „Neo-Ornamentalismus“, in der Form nicht dekorativ, sondern erzählerisch wirksam wird.

Aktuell ist Boox in der Gruppenausstellung „Nature in Dialogue“ in Rotterdam vertreten. Die Schau in der De Kunstfabriek versammelt Positionen, die das Verhältnis von Natur und Gestaltung als offenen Austausch begreifen. Boox zeigt dort unter anderem die Objekte „Ischi“ und „Tamarin“, die aus einem dialogischen Prozess zwischen Material und Gestaltung hervorgehen. Der Gestalter tritt hier nicht als kontrollierende Instanz auf, sondern als Beteiligter innerhalb materieller Transformationsprozesse.

Parallel dazu markiert die Einladung zur Milan Design Week 2026 einen wichtigen Schritt in Boox’ noch junger Karriere. In Kooperation mit dem niederländischen Möbelhersteller Van Rossum präsentiert er neue Arbeiten im Kontext einer erweiterten Kollektion. Die Teilnahme am Salone del Mobile fungiert dabei weniger als klassisches Produktdebüt, sondern als Positionierung innerhalb eines Diskurses, der Handwerk, Materialität und digitale Entwurfsstrategien neu verknüpft.

Vito Boox macht damit einen weiteren Schritt in seinem Werk, das sich zwischen virtueller Simulation und physischer Manifestation bewegt – und die Frage stellt, wie sich ornamentale Strukturen unter den Bedingungen zeitgenössischen Designs neu denken lassen.


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