Mit Blick auf die Mailänder Designwoche 2026 kündigen mehrere Hersteller neue Sofamodelle an, die trotz unterschiedlicher Herkunft auffällige gestalterische Gemeinsamkeiten teilen: fließende Linien, großzügige Volumen und die Idee eines Sofas als sozialer Raum. Der Vergleich von Trace von Secolo, Ruby von Cattelan Italia sowie Loop von Ethimo zeigt, wie unterschiedlich Designer diese Grundidee interpretieren.
Das Sofa Trace, entworfen vom Kopenhagener Studio TABLEAU für Secolo, setzt auf organische Kontinuität. Sitzfläche und Rücken verschmelzen zu einer weich fließenden Form, die von allen Seiten genutzt werden kann und Interaktion fördern soll. „Trace ist ein Objekt, das ebenso sehr durch seine Funktion wie durch seine Präsenz definiert wird“, erklärt Designer Julius Værnes Iversen. „Das Sofa ruft die Empfindung hervor zu schweben und das Zeitgefühl zu verlieren – eine Einladung für den Körper, sich zu entspannen und für den Geist, loszulassen.“

Einen anderen Ansatz verfolgt das Ruby-Sofa, das Castello Lagravinese Studio für Cattelan Italia entwickelt hat. Die Erweiterung einer bestehenden Sesselserie überträgt deren charakteristische Kurven und sichtbaren Nähte in ein größeres Format. Ein hölzerner Rahmen verleiht dem Möbel Stabilität und erinnert an skandinavische Designtraditionen, während großzügige Polster für Komfort sorgen. Anders als Trace ist Ruby vor allem für halböffentliche Räume gedacht – Hotellobbys, Lounges oder repräsentative Büros – und Teil eines modular gedachten Einrichtungssystems.

Am skulpturalsten erscheint schließlich Loop, eine Zusammenarbeit von Ethimo mit der Designerin Elena Salmistraro. Das Outdoor-Sofa verzichtet vollständig auf eine sichtbare Struktur und entsteht allein aus technisch geformten Polstern, die sich zu einer geschlossenen, organischen Bewegung verbinden. „Loop wurde eher als Organismus denn als einfaches Möbelstück gedacht“, sagt Salmistraro. „Es ist ein Outdoor-Sofa mit einem fließenden Körper aus organischen Volumen, die sich gegenseitig tragen und eine natürliche, fast instinktive Bewegung erzeugen.“

Trotz ihrer Unterschiede verbindet die drei Entwürfe eine klare Tendenz: Das Sofa wird nicht mehr nur als Sitzmöbel verstanden, sondern als räumliche Erfahrung. Ob als weich geschwungene Kommunikationsinsel, als systemisches Objekt für repräsentative Interieurs oder als frei nutzbare Outdoor-Skulptur – alle drei Modelle verschieben die Grenzen zwischen Möbel, Architektur und sozialem Treffpunkt.