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A Matter of Salone: Material als Ursprung des Designs

von redaktion
Salone del Mobile.Milano 2026. “A Matter of Salone”. Links: Petal, © Foto: Charles Negre, Set-Design: Studio Végété, Konzept: Motel409. Rechts: Sponge, © Foto: Charles Negre, Set-Design: Studio Végété, Konzept: Motel409.

Mit der Kampagne A Matter of Salone setzt der Salone del Mobile.Milano 2026 seine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis von Design fort. Nachdem 2025 mit Thought for Humans die humanzentrierte Bildsprache im Vordergrund stand, rückt nun das Material selbst in den Fokus – nicht nur als physische Substanz, sondern als Träger von Erinnerung und Potenzial.

Im Zentrum steht die Frage nach der heutigen Rolle des Designs. Die Antwort der Kampagne liegt im Material als Ursprung jedes schöpferischen Prozesses: als etwas, das berührt, interpretiert und transformiert werden kann. Das Material ist hier weit mehr als ein Mittel zur Formgebung; es wird zum aktiven Bedeutungsträger – ein Spiel mit der Doppeldeutigkeit des englischen Begriffs „Matter“ (dt. Material als auch Bedeutung wie in „what matters“), der sowohl Substanz als auch Relevanz impliziert.

Entwickelt wurde die visuelle Erzählung von Motel409 gemeinsam mit sechs internationalen Kreativen aus Fotografie und Szenografie. Die multidisziplinäre Zusammenarbeit führt zu einer vielschichtigen Bildwelt, die zwischen Konkretem und Abstraktem oszilliert und Design als kulturellen Prozess erfahrbar macht. Licht, Geste, Transformation ergeben dabei eine gemeinsame visuelle Sprache.

Salone del Mobile.Milano 2026. “A Matter of Salone”. Links: Stone, © Foto: Eduard Sánchez Ribot. Set-Design: Laura Doardo, Konzept: Motel409. Rechts: Wood, © Foto: Eduard Sánchez Ribot, Set-Design: Laura Doardo, Konzept: Motel409.

Die Kampagne inszeniert archetypische Materialien: Stein verkörpert Ursprung, Holz steht für Kontinuität, Blütenblätter symbolisieren Sinnlichkeit und der Schwamm dient als Metapher für Wandelbarkeit. In einer dreiteiligen Dramaturgie – von der Nahaufnahme über die elementare Form bis zur menschlichen Intervention – wird die Metamorphose vom Rohstoff zum gestalteten Objekt greifbar.

Salone-Präsidentin Maria Porro versteht A Matter of Salone als Einladung, Design nicht nur als Ergebnis, sondern als kollektiven Dialog zwischen Handwerk, Wissen und Vision zu begreifen. Damit positioniert sich die Messe erneut als Seismograf für die kulturelle Tiefe zeitgenössischen Designs.


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