Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Lamborghini Polo Storico hatte die Klassiker- und Archivabteilung des italienischen Autobauers ausgewählte internationale Gäste eingeladen, um ihnen einen tiefen Einblick in die Vorgänge der Restaurierung und Zertifizierung historischer Fahrzeuge zu geben. Dabei schlüpften die Teilnehmer in die Rolle der Polo Storico-Techniker. Gemeinsam mit diesen arbeiteten sie an historischen Modellen der Marke, unterstützt vom Comitato dei Saggi (Komitee der Weisen), also ehemaligen Mitarbeitern, die über enorme Erfahrung verfügen.
„Bereits zur Gründung von Polo Storico vor zehn Jahren öffneten wir die Türen der neuen Abteilung für Besucher“, erinnert sich Alessandro Farmeschi, Aftersales Direktor von Automobili Lamborghini. „Heute, im Jahr 2025, wollen wir unter Beweis stellen, wie viel Wissen und Erfahrung wir in diesen zehn Jahren sammeln konnten und es gab keinen besseren Weg, als unsere Gäste selbst aktiv werden zu lassen. Von einer Testfahrt mit entsprechendem Prüfbogen bis hin zur praktischen Arbeit in der Werkstatt an einem Miura und an den Vergasern eines Countach: Die Aufgaben waren anspruchsvoll, aber sehr praxisnah – wie bei unserer täglichen Arbeit.“ Auf diese Art und Weise konnten die Teilnehmer ihren Erfahrungsschatz über die Prozesse der Restaurierung, Zertifizierung und Archivforschung fundiert erweitern.
Auf der Strecke, in der Werkstatt
Der Tag begann mit einer ausgiebigen Testfahrt. In Zweier-Teams konnten die Gäste unter anderem einen 400 GT 2+2 von 1967, einen 1990er Countach 25 Anniversario, einen Diablo SE 6.0 von 2001 sowie einen LM 002 aus den frühen 1990er-Jahren professionell unter die Lupe nehmen. Danach war die Recherche im historischen Archiv von Lamborghini angesagt. Wichtig in jedem Zertifizierungsprozess ist die Überprüfung von Fahrgestell- und Motornummer und ihre Übereinstimmung mit den Originaldokumenten. Aber auch Außenfarbe, Ausstattungskonfiguration und Materialien müssen genau untersucht und auf Echtheit geprüft werden. Die anspruchsvollste Aufgabe für die Nicht-Profis war wohl die Analyse und Montage eines im Lamborghini Countach verbauten Weber-Doppelvergasers.
Lamborghini und Pirelli
Zur Präsentation gehörte auch die Darstellung der engen Zusammenarbeit zwischen Lamborghini und Pirelli, die im Jahr 1963 für den 350 GTV begann und bis heute anhält. Vom Miura über verschiedene Versionen des Countach, den LM002 und Diablo bis hin zum neuesten Super-SUV Urus hat Pirelli für alle repräsentativen Modelle des Automobilherstellers eigene Reifen der Serien Cinturato, P Zero und Scorpion entwickelt. Von der Partnerschaft profitiert auch der Polo Storico, wo die Produktlinie Pirelli Collezione zum Einsatz kommt. Es sind auf Oldtimer zugeschnittene Reifen, die originalgetreues Design mit modernen Produktionsprozessen und aktueller Technologie kombinieren. Das Ziel ist es, historische Optik und Fahrdynamik mit zeitgemäßer Effizienz und Sicherheit zu verbinden.