Home Design-TickerDer Design-Ticker | 24. August 2026

Der Design-Ticker | 24. August 2026

von redaktion

Die heutige Auswahl im Design-Ticker kreist auffällig um die Frage, wie Architektur Identität sichtbar macht. Ein chinesisches Tor könnte zum neuen Wahrzeichen der Mailänder Chinatown werden, Shigeru Ban reagiert mit seinem Hotel auf die Landschaft von Awaji und Lela Beckers Haus bewahrt seine kalifornische Midcentury-Geschichte. Gleichzeitig verschieben Kork, künstlicher Nebel und sogar Supersportwagen die Grenzen dessen, was zum architektonischen Gestaltungsmaterial werden kann. Der gemeinsame Nenner: Räume werden immer stärker als Erlebnisse und Ausdruck von Lebensstilen, Kulturen und materiellen Werten verstanden.

Domus – Ein chinesisches Stadttor für Mailands Chinatown

Mailands Via Paolo Sarpi könnte künftig von einem traditionellen chinesischen Paifang markiert werden. Die Stadt hat einen öffentlichen Aufruf für Entwurf, Finanzierung und Bau eines solchen monumentalen Tores am Piazzale Baiamonti gestartet. Entscheidend sollen dabei nicht nur architektonische Qualität und langlebige Materialien sein, sondern auch die Verbindung chinesischer Kultur mit der Identität Mailands. Das Projekt könnte so aus einem traditionellen Symbol einen neuen urbanen Orientierungspunkt machen – auch wenn seine Realisierung noch nicht endgültig beschlossen ist. (Quelle: Domus, https://www.domusweb.it/en/news/gallery/2026/08/21/paifang-chinese-gateway-chinatown-milan.html)

Interni – Kork erlebt ein architektonisches Comeback

Interni widmet sich Kork als einem Material, das ökologische Qualitäten mit bemerkenswerter technischer Vielseitigkeit verbindet. Der nachwachsende Rohstoff kann gewonnen werden, ohne Bäume zu fällen, ist recycelbar und findet inzwischen weit über klassische Boden- und Wandbeläge hinaus Verwendung. Vorgestellt werden unter anderem Dämmputze aus Kork und Kalk, pflanzliche Lederalternativen aus Produktionsresten sowie CNC-gefräste dreidimensionale Wandpaneele. Kork entwickelt sich damit vom traditionellen mediterranen Werkstoff zu einem vielseitigen Material für zirkuläres Bauen und Design. (Quelle: Interni, https://www.internimagazine.com/features/larchitettura-approva-il-sughero-materiale-bellissimo-e-performante/)

designboom – Wenn der Supersportwagen mit ins Wohnzimmer fährt

Designboom beleuchtet einen wachsenden Trend im Luxuswohnungsbau: Wohnungen und Hochhäuser werden so konzipiert, dass Besitzer ihre Supersportwagen unmittelbar neben den eigenen Wohnräumen abstellen können. Fahrzeugaufzüge und private Garagen in großer Höhe machen das Auto zum sichtbaren Bestandteil des Interieurs. Besonders in Miami entstehen solche „Supercar Towers“, in denen Architektur, Mobilität und Statussymbol zu einem neuen Wohntyp verschmelzen. (Quelle: designboom, https://www.designboom.com/technology/car-garage-home-residential-design-supercar-towers-miami/)

Frame – Nebel, Farbe und immersive Räume

Frame versammelt aktuelle internationale Neueröffnungen, bei denen Atmosphäre selbst zum Gestaltungsmaterial wird. In der Pariser Bourse de Commerce wird künstlicher Nebel Teil des räumlichen Erlebnisses, während andere Projekte – darunter Sando Society – intensive Farbe als ornamentales und identitätsstiftendes Mittel einsetzen. Die Beispiele zeigen einen deutlichen Trend im zeitgenössischen Spatial Design: Räume sollen nicht mehr nur betrachtet oder genutzt, sondern über Licht, Farbe, Material und inszenierte Effekte körperlich erfahren werden. (Quelle: Frame, https://frameweb.com/article/openings/artificial-fog-inside-the-bourse-de-commerce-colour-used-as-ornament-at-sando-society-and-more)

Dezeen – Shigeru Ban baut ein Hotel auf Awaji Island

Dezeen stellt ein neues Hotel von Shigeru Ban auf der japanischen Insel Awaji vor. Der Pritzker-Preisträger überträgt dabei seine charakteristische Auseinandersetzung mit Konstruktion, natürlichen Materialien und landschaftlicher Einbettung auf die Hospitality-Architektur. Das für Pasona entwickelte Projekt verbindet den Hotelbetrieb mit der besonderen Umgebung der Insel und steht exemplarisch für eine Form des Reisens, bei der Architektur selbst zum wesentlichen Bestandteil des Aufenthalts wird. (Quelle: Dezeen, https://www.dezeen.com/2026/08/24/shigeru-ban-hotel-pasona-awaji-island/)

Architectural Digest – Lela Beckers kalifornischer Midcentury-Rückzugsort

Architectural Digest besucht das Haus von Mother-Mitgründerin Lela Becker und ihrer Familie in den Pacific Palisades. Das 1955 von Mario Corbett entworfene Gebäude wurde behutsam restauriert und erweitert, ohne seinen nordkalifornischen Midcentury-Charakter zu verlieren. Redwood-Verkleidungen, Teak, Zedernholz, Beton und Metall treffen auf dänische Vintage-Möbel, französische und skandinavische Einflüsse sowie Beckers persönliche Sammlungen. Besonders wichtig ist die Landschaft: Redwoods, Farne, Eichen und ein Bach lassen das Haus trotz seiner Lage in Los Angeles wie einen Rückzugsort mitten in der Natur wirken. (Quelle: Architectural Digest, https://www.architecturaldigest.com/story/lela-becker-pacific-palisades-home)


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