Home Design-TickerDer Design-Ticker | 9. August 2026

Der Design-Ticker | 9. August 2026

von redaktion

Die heutige Auswahl kreist auffällig um Erinnerung, Transformation und neue Formen der Nutzung: Ein ehemaliges Industrieareal wird zum Klima-Park, ein historisches Kunstwerk wird neu aktiviert, ein Museum entwickelt ein neues Betriebsmodell und ein altes Hotel erhält eine völlig neue gestalterische Identität. Selbst die Rückblicke auf Johnny Cash und die Installation von CJ Hendry beschäftigen sich mit der Frage, wie persönliche und kulturelle Erinnerungen über Räume, Materialien und Objekte weiterleben.

Dezeen – Sauna als Lithium-Kristall

In Skellefteå im Norden Schwedens steht eine ungewöhnliche öffentliche Sauna in Form eines überdimensionalen Lithium-Kristalls. Das Künstlerduo Bigert & Bergström hat die „Lithium Crystal Sauna“ als Teil des Climate Action Parks WasteLand entworfen. Die spiegelnde, rosafarbene Außenhaut aus titanbeschichtetem Stahl reflektiert Fluss und Wald, während der Innenraum als warme „Holzgrotte“ gestaltet ist. Inhaltlich verweist die Skulptur auf Lithium als wichtigen Rohstoff der Energiewende und verbindet Kunst, Architektur, soziale Nutzung und die Transformation eines ehemals belasteten Industrieareals. (Quelle: Dezeen, https://www.dezeen.com/2026/08/09/lithium-crystal-sauna-bigert-bergstrom/)

Domus – Yoko Onos „Cut Piece“ kehrt zurück

Domus erinnert an Yoko Onos legendäre Performance „Cut Piece“, die nun in einer neuen Präsentation erneut zum Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit Partizipation, Verletzlichkeit und der Rolle des Publikums wird. Bei der erstmals 1964 in Kyoto aufgeführten Arbeit sitzt Ono regungslos auf einer Bühne, während Besucher aufgefordert werden, Stücke ihrer Kleidung abzuschneiden. Gerade die unvorhersehbare Reaktion des Publikums macht die Performance bis heute zu einem Schlüsselwerk der partizipativen Kunst. Die Arbeit ist auch Bestandteil der aktuellen Ausstellung „Yoko Ono: Music of the Mind“ im Broad in Los Angeles. (Quelle: Domus, https://www.domusweb.it/en/art/gallery/2026/07/29/yoko-ono-performance-returns-cut-piece-but-different.html)

Interni – Grande Brera setzt auf öffentlich-private Zusammenarbeit

Mit der „Grande Brera“ entsteht in Mailand ein neues Modell für die Weiterentwicklung eines staatlichen Museums. Die Pinacoteca di Brera setzt gemeinsam mit privaten Partnern auf eine spezielle öffentlich-private Partnerschaft, die Besucherangebote, Gastronomie, Museumsshop, kulturelle Veranstaltungen und die Nutzung des Citterio-Gartens umfasst. Ziel ist es, das Museum nicht nur als Ort der Bewahrung, sondern als lebendigen kulturellen Treffpunkt weiterzuentwickeln. Dabei soll die Zusammenarbeit mit privaten Akteuren ausdrücklich mit dem Schutz der historischen und künstlerischen Identität der Institution verbunden werden.(Quelle: Interni, https://www.internimagazine.com/agenda/competitions/grande-brera-a-special-public-private-partnership-is-born-to-enhance-the-pinacoteca-and-palazzo-citterio/)

Wallpaper* – Riviera Hotel bringt 1970er-Jahre nach Menorca

Das neue Riviera Hotel in Ciutadella auf Menorca verabschiedet sich vom minimalistischen Weiß, das viele Balearenhotels prägt. Das Madrider Studio Ilmiodesign orientierte sich stattdessen an der italienischen Riviera der 1970er-Jahre: Terrakotta, Senfgelb, Terrazzo, kräftige Streifen und geschwungene Formen prägen das 14-Zimmer-Hotel. Ein ehemaliges lokales Hotel wurde dabei in eine farbenfrohe Unterkunft verwandelt. Das Ergebnis verbindet mediterrane Atmosphäre mit einer deutlich spielerischeren Interior-Sprache. (Quelle: Wallpaper*, https://www.wallpaper.com/travel/hotels/riviera-hotel-menorca-review)

Design Milk – Eine Million Perlen für CJ Hendry

Die australische Künstlerin CJ Hendry verwandelt die Räume der Galerie Salon 94 Design in New York in eine überdimensionale Installation aus rund einer Million Pastellperlen. Die Ausstellung „Pastel“ setzt auf eine intensive Farbwelt und eine ungewöhnliche Materialität, bei der die einzelnen Perlen gemeinsam eine raumgreifende, fast immersive Oberfläche bilden. Hendry verschiebt damit die Grenze zwischen Zeichnung, Skulptur und Installation und macht aus einem vermeintlich dekorativen Material ein monumentales künstlerisches Medium. (Quelle: Design Milk, https://design-milk.com/cj-hendry-pastel-salon-94-bead-installation/)

Architectural Digest – Zu Hause bei Johnny Cash

Architectural Digest blickt anhand historischer Fotografien auf das private Leben von Johnny Cash und seine Häuser zurück. Besonders ausführlich wird das Anwesen in Hendersonville, Tennessee, das Cash und June Carter Cash 1968 bezogen und 35 Jahre lang bewohnten. Das rund 14.000 Quadratfuß große Haus am Old Hickory Lake verband großzügige, zeitgenössische Architektur mit einem stark familiär geprägten Alltag. Auf dem Grundstück entstand später auch Cash Cabin, ein Blockhaus-Studio, in dem Cash unter anderem an seinen späten Aufnahmen arbeitete. Das Haus wurde 2007 durch einen Brand zerstört – die Fotografien bewahren einen Einblick in eine ungewöhnlich persönliche Seite der Musikgeschichte. (Quelle: Architectural Digest, https://www.architecturaldigest.com/story/johnny-cash-at-home-photos)


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