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Der Kern einer Ikone – neues MINI-Feeling

von redaktion
Design des MINI Cooper SE

Starke Marken und ikonische Designs profitieren von ihrer langen Tradition. Um sie jedoch erfolgreich in die Zukunft zu tragen, müssen sie weiterentwickelt werden. Das Zauberwort lautet dabei: Behutsamkeit. Ein Beispiel für das Gelingen dieses Balanceakts ist der neue elektrische MINI Cooper. Er trägt die DNS seiner Vorfahren voll und ganz in sich und repräsentiert gleichzeitig die Zukunftsvision der Marke. Im Gespräch verraten Oliver Heilmer, Leiter MINI Design und Renzo Vitale, Sound Designer BMW Group Details über Gestaltung, Klang und das Gesamterlebnis des vollelektrischen MINI Cooper SE.

Für Heilmer ist es ohne Zweifel eine große Herausforderung, ein so ikonisches Design wie den MINI weiterzuentwickeln. Dabei müsse man sowohl Innovationen einführen als auch die Kontinuität gewährleisten. Das Neue muss sehr behutsam in die Geschichte integriert werden. „Wenn ein Fahrzeug überzeugend ist und beispielsweise ideal in den Kontext urbaner Mobilität passt – wie der MINI 3-Türer –, wirkt es so, als müsste man gar nicht mehr viel machen. Im Arbeitsprozess selbst ist das natürlich komplexer und manchmal sogar herausfordernder, als ein neues Fahrzeug zu gestalten. Um den vollelektrischen MINI Cooper SE zum Beispiel von einem MINI mit konventionellem Verbrennungsmotor unterscheidbar zu machen, haben wir zunächst jedes Element auf seinen Beitrag zur Gesamtwirkung analysiert. Erstaunlich war, dass bei manchen Detailänderungen das Design geradezu zerfiel – und damit auch die Wahrnehmung eines MINI“, erläutert Heilmer. Um den MINI-Kern zu bewahren, habe man sich deshalb dazu entschlossen, bewusste Akzente zu setzen, um den elektrischen MINI von einem MINI mit Verbrennungsmotor abzuheben.

Oliver Heilmer, Leiter MINI Design. © Fotos: Enes Kucevic

Oliver Heilmer, Leiter MINI Design. © Fotos: Enes Kucevic

Der MINI Cooper SE hat beispielsweise einen weitestgehend geschlossenen Grill. Bekanntermaßen wird bei einem elektrifizierten Fahrzeug die Kühlluft nicht an der gleichen Stelle benötigt wie bei einem Verbrenner. So ist im Grill des MINI Cooper SE nur noch ein schmaler horizontaler Luftspalt enthalten. Der Rest ist flächenbündig geschlossen und in einem modernen Grau farblich abgesetzt“, beschreibt Heilmer. „Auch im Felgendesign wollten wir ganz klar neue Wege gehen: asymmetrisch, fast statisch in der Optik. Wir haben etwas kreiert, das bewusst mit dem bricht, was man klassisch als Felge bezeichnet. Auch die Akzentfarbe Energetic Yellow zeigt die elektrische Natur des MINI Cooper SE.“ Diese besondere Farbe findet sich unter anderem auf den Spiegelkappen oder im E-Logo auf Grill, Heckklappe und Sidescuttles wieder. Für MINI-Designchef Heilmer ist vor allem das Gesamterlebnis wichtig. Dabei schafft die Elektrifizierung die Möglichkeit, Dinge grundlegend anders zu denken. „Überspitzt gesagt, ermöglicht sie es, neue Welten zu entdecken. Das sensorische Zusammenspiel verschiedener gestalterischer Elemente, wie Fahrzeugdesign, Klang oder auch Duft, wollen wir zukünftig stimmig in den MINI bringen“, schildert Heilmer die Bestrebungen des Designteams. Dabei würde der MINI Cooper SE in Teilen bereits diesem neuen Gestaltungsansatz folgen. „Design für alle Sinne“, sei das Ziel. Alle Bereiche sowohl Außen als auch im Interieur sollen in puncto Materialien und Farben im Einklang sein. „Und natürlich spielt der Klang eine entscheidende Rolle. Was früher ein eher nüchternes Thema war, wie beispielsweise das Kreieren eines Parkwarntons, kann mit der Elektromobilität ein emotionales Erlebnis werden. Wir können selbst definieren, wie sich ein elektrischer MINI anhören soll, welche Emotion wir damit hervorrufen, welches Gefühl wir vermitteln möchten. Renzo Vitale, der die Komposition für den MINI Cooper SE entwickelt hat, erklärte mir beispielsweise dessen Sound so, wie wir in der Regel Design verständlich machen. Mir war sofort klar, dass sich mit diesem Ansatz für uns bzw. für MINI eine völlig neue Erlebniswelt eröffnen kann“, erläutert Heilmer.

The Sound of MINI

Für Renzo Vitale muss als Sound Designer der BMW Group der Klang eines Fahrzeugs sowohl Emotionen hervorrufen als auch Informationen übermitteln. „Bei vielen Menschen ruft der Sound eines Verbrennungsmotors starke Emotionen hervor. Uns war jedoch von Anfang an klar, dass es keinen Sinn macht, den Klang eines Verbrennungsmotors zu simulieren. Schließlich gibt es keine Gangwechsel. Auch steht beim Beschleunigen die gesamte Energie – genau jetzt – zur Verfügung. Meine Klanginhalte bzw. meine Hauptinspirationsquellen liegen im Design. Für den MINI Cooper SE habe ich beispielsweise die optischen Eindrücke der Felgen und der gelben Akzente in Klang übersetzt“, erklärt Vitale. Bei der Entwicklung eines Sounds für ein E-Auto betrachtet Vitale zunächst das Fahrzeug als Ganzes – wie ein Instrument. Mit diesem Instrument sollen Gefühle hervorgerufen werden. „Abhängig davon, wie wir agieren, klingt das Fahrzeug unterschiedlich. So vermittelt der MINI Cooper SE beispielsweise im Stand einen freundlichen, willkommen heißenden, ja beinahe leuchtenden Charakter. Sobald man anfährt, entwickelt sich ein dynamischer Sound, der einem das Gefühl von Fortbewegung und Geschwindigkeit gibt“, beschreibt der Sound Designer seine Absicht. Dabei muss das Klangdesign in der Lage sein, unterschiedliche Fahrweisen der Marke entsprechend abzubilden.

Renzo Vitale hat den MINI-Sound dreigeteilt. Er sei leidenschaftlich, energetisch und inspirierend. „MINI hat ein Glitzern, etwas Überraschendes, einen Twist. Und das soll man auch mit geschlossenen Augen erfahren können. Der Sound ist eine Ausdrucksmöglichkeit des Fahrzeugs – wie eine Stimme. Es kommuniziert mit uns. Im Übrigen ist auch Stille eine Art der Kommunikation bzw. ein Soundelement. Beim Komponieren habe ich den MINI Cooper SE lange betrachtet, um seinen Charakter zu greifen. Ich habe versucht, die Linien des Fahrzeugs hörbar zu machen. Die Stimme von MINI ist leuchtend. Sie sagt: Hier ist ein Freund in der Nähe“, erläutert Vitale.

Renzo Vitale, Sound Designer BMW Group © Fotos: Enes Kucevic

Renzo Vitale, Sound Designer BMW Group © Fotos: Enes Kucevic

In der Automobilbranche ist oft die Rede von Smartphones auf Rädern, die es in Zukunft geben wird. Für Oliver Heilmer ist dies zu kurz gedacht, denn ein Auto sei allein im Hinblick auf Autonomes Fahren sehr viel komplexer als ein Handy. Er sieht die Zukunft des Designs für MINI in der emotionalen Bindung des Nutzers / der Nutzerin zum Fahrzeug. „Viele Besitzer geben ihren MINIs bereits heute Namen. Darauf wollen wir aufbauen, ganz unkompliziert und intuitiv, sodass eine echte Beziehung entstehen kann. Eine Bindung, die über das reine Autofahren hinaus reicht. Das muss technologisch gar nicht hochkomplex sein. Es soll vor allem ein Lächeln auf die Lippen zaubern“, wünscht sich Heilmer. Und für Renzo Vitale ist es vorstellbar, „dass der MINI fühlt, wie es dem Fahrer geht, und darauf mit Klang reagiert. Er stellt eine Klangwelt zur Verfügung, die den Augenblick zu einem besseren Moment macht. Das kann eine Art Klanglandschaft, ein Klangzeichen oder ein Stück Musik sein“, meint Vitale. Der MINI als mitfühlender Partner, das gefällt auch Oliver Heilmer, wobei zum Sound auch noch das Licht ins Spiel komme. Und zwar nicht nur als Information auf dem Display des User Interface, sondern als Lichtstimmung. „Ein MINI gibt mir so quasi das Gefühl, dass jemand da ist, mit dem ich kommunizieren kann“, sagt der Chefdesigner. Entscheidend dabei sei ein gesamtheitlicher Ansatz. Dieses neue MINI-Gefühl müsse durch eine Verbindung von taktilen Reizen, Klang, Licht und Materialien erlebbar gemacht werden.

Interview zur Verfügung gestellt von BMW Group.


 

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