Heute Abend, am 14. September, werden in Mayfair die London Design Medals 2026 verliehen. Das London Design Festival würdigt damit Leistungen aus Mode, Designvermittlung, Zukunftsforschung und Produktentwicklung.
Mode zwischen Handwerk und Kunst
Die London Design Medal geht an Jonathan Anderson. Der nordirische Designer gründete 2008 JW Anderson, prägte ab 2013 als Kreativdirektor Loewe und verantwortet heute sämtliche Kollektionen von Dior. Seine Arbeit verbindet Mode mit Kunst und Handwerk. Anderson initiierte außerdem 2016 den Loewe Foundation Craft Prize.

Vermittlung und Zukunftsforschung
Sir Christopher Frayling erhält die Lifetime Achievement Medal. Der Kulturhistoriker und Hochschullehrer etablierte am Royal College of Art gemeinsam mit dem Victoria and Albert Museum einen Masterstudiengang für Designgeschichte. Als Rektor stärkte er die Beziehungen zu Industrie und Technologie. Die britische Kulturpolitik prägte er unter anderem beim Arts Council England und beim Design Council.

Die Design Innovation Medal geht an Anab Jain. Die Mitgründerin des Londoner Studios Superflux verbindet spekulatives Design mit Fragen zu Technologie, Politik und Ökologie. Installationen und Zukunftsszenarien machen komplexe Entwicklungen anschaulich. Jain lehrt seit zehn Jahren an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Lösungen für den Alltag
Die Emerging Design Medal erhält Solveiga Pakštaitė, Gründerin des Foodtech-Unternehmens Mimica. Bekannt wurde sie durch „Bump“: Das temperaturempfindliche Etikett verändert seine Oberfläche, wenn Lebensmittel verderben. Ursprünglich für sehbehinderte Menschen entwickelt, soll es zugleich Lebensmittelabfälle reduzieren. Ihr anpassbares Schuhsystem „Looplets“ zielt auf mehr Stabilität und Zugänglichkeit.

Die Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass Gestaltung ein sehr breites Arbeitsfeld ist. Es reicht von exklusiver Mode und historischer Vermittlung bis zu Zukunftsszenarien und konkreten Alltagshilfen.