Home DesignLondon im September – das Programm des London Design Festival 2025

London im September – das Programm des London Design Festival 2025

von redaktion
Auch dieses Jahr kommt die Festival-Grafik von der Agentur Pentagram. Sie soll die Verbindungen innerhalb und außerhalb der Londoner Designcommunity darstellen. © LDF 25, Pentagram

Das London Design Festival (LDF) gehört zu den wichtigsten Designevents des Jahres. Es zeigt immer wieder eindrücklich, dass sich die wirtschaftliche Stärke der britischen Hauptstadt auch auf die kreativen Berufe erstreckt. So ist London neben Mailand tatsächlich eine globale Designhauptstadt, wobei – wie im Vereinigten Königreich üblich – immer der Business-Charakter der Gestaltung in den Vordergrund gerückt wird. Für Ben Evans, den Direktor des Festivals, ist Design eine treibende Kraft für Innovationen, wirtschaftliches Wachstum, aber auch gesellschaftlichen Fortschritt. „Das diesjährige Festival zeigt unser Engagement für die Unterstützung des gesamten Design-Ökosystems, von aufstrebenden Talenten bis hin zu etablierten Marken, und stellt gleichzeitig Londons beispiellose kreative Energie zur Schau“, betonte Evans im Zuge der Bekanntgabe des Programms.

Das LDF 2025 (13. – 21. September) umfasst mehrere zentrale Veranstaltungsorte, die den Besuchern als Anlaufstellen dienen. Der langjährige Partner des Festivals, das V&A (Victoria & Albert Museum), spielt mit einem kuratierten Programm an Ausstellungen weiterhin eine zentrale Rolle. Wichtige Installationen untersuchen die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, gefährdetes kulturelles Erbe, geopolitische Konflikte und KI anhand der Arbeit globaler Künstler/Designer wie Alicja Patanowska, Jakkai Siributr, Ryunosuke Okazaki und Roo Dhissou, Preisträger der V&A Emerging Designer Commission. Auch das Global Design Forum soll wieder im V&A stattfinden. Die drängendsten Fragen unserer Zeit werden dort von führenden kreativen Köpfen diskutiert.

Im Design Museum sind im Rahmen des Festivalprogramms einige große Ausstellungen zu sehen: „Blitz: The Club that Shaped the 80s“ erkundet den legendären Club „Blitz“, der den Londoner Stil der 1980er-Jahre mitprägte und eine kreative Szene mit enormem Einfluss auf die Popkultur hervorbrachte. Mit der jährlichen Ausstellung „PLATFORM“ wird die Arbeit von Bethan Laura Wood in den Fokus gerückt.

Die Landmark-Projekte

Die sogenannten „Landmark Projects“, die vom LDF in Auftrag gegeben werden, bringen besondere künstlerisch-kreative Arbeiten in die Stadt. In diesem Jahr wird Paul Cocksedge mit „What Nelson Sees“ den Trafalgar Square übernehmen und Besucher die Perspektive des Denkmals von Admiral Lord Nelson näherbringen. Die Skulptur wird aus einer Reihe sich kreuzender Röhren bestehen, die eine markante frei stehende Struktur bilden. Es sollen teleskopische Aussichtsportale sein, durch die Besucher hindurchschauen und die Skyline Londons aus der Warte Nelsons erleben können. Das zweite Projekt heißt „Beacon“ und stammt aus der Feder von Lee Broom. Die monumentale Lichtskulptur wird von Brokis und Materials Assemble produziert und mithilfe einer speziellen Schmelztechnologie hergestellt, die für das Upcycling übriggebliebener Glasfragmente entwickelt wurde. „Beacon“ soll klassische Straßenlaternen neu interpretieren und eine Struktur bilden, die insgesamt einem riesigen Kronleuchter ähnelt. Es soll an einer markanten Themse-Location aufgebaut werden.

Vorschau auf die Lichtinstallation von Lee Broom „Beacon“. © LDF 25

Design Districts und Messen

Neben den großen Ausstellungen und Installationen im öffentlichen Raum sind es vor allem die „Design Districts“, die den Charme und das Leben des LDF ausmachen. Für das diesjährige Festival wird es insgesamt 10 Designbezirke geben. Ebenso bilden die Designmessen wichtige Programmpunkte, die den kommerziellen Aspekt betonen. „Material Matters“ findet zum vierten Mal statt. Diesmal an einer neuen Location, dem Space House (17. – 20. September). Mit dabei ist „Knowledge“ mit einem Vortragsbereich sowie einem Café. Zu sehen sind auch die Finalisten der „Only Natural Design Competition“, die Shortlist der Wood Awards 2025 sowie eine Installation von PriestmanGoode; „Specification“ mit marktreifen neuen Materialien. Dem gegenüber verschieben unter dem Titel „Experimental“ Designer wie Micaella Pedros, Jacob Marks und Revive Innovations die Grenzen von Materialien.

Wood Awards: „Karyo Rocking Chair“ von Isabelle Moore Design. Foto: Shannon Tofts

Eine neue Initiative ist Design London Shoreditch vom 16. – 18. September (Shoreditch Design Triangle) mit drei kuratierten Ausstellungen: Design at Work (Protein Studios) erforscht Innovationen in der Arbeitsplatzgestaltung; Design Culture (Kachette) untersucht die Schnittstelle von Design, Kultur sowie Nachhaltigkeit; und House of ICON (Shoreditch Town Hall) präsentiert Inneneinrichtungen vom skandinavischen Minimalismus bis zum pompösen sogenannten Maximalismus. Installationen von 2LG Studio, dem Künstler Ben Cullen Williams (in Zusammenarbeit mit Google DeepMind) und Ancient Futures des British Council runden das Programm ab.

In die Shortditch Town Hall wird die Ausstellung „House of ICON“ einziehen. Schwerpunkt: Skandinavien. © Ludovic des Cognets

Weitere Details zum Programm des LDF 2025 sollen im Laufe des Sommers bekannt gegeben werden – auch die Gewinner der diesjährigen London Design Medals. Übrigens ist der Hauptsponsor des Festivals in diesem Jahr Sadiq Khan, der Bürgermeister von London.


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