Home DesignVerborgene Räume, neue Perspektiven: Die Schauplätze von Alcova 2026

Verborgene Räume, neue Perspektiven: Die Schauplätze von Alcova 2026

von redaktion
Für die Ausgabe 2026 kehrt Alcova ins ehemalige Militärkrankenhaus in Baggio zurück. © Alcova

Während die Vorbereitungen für die dritte Ausgabe von Alcova Miami auf Hochtouren laufen (2. – 7. Dezember 2025), lüfteten die Organisatoren den Vorhang für die Schauplätze in Mailand im kommenden Jahr. Dabei setzt Alcova erneut auf räumliche Experimente und öffnet vom 20. bis 26. April 2026 zwei Orte, die unterschiedliche Facetten der Mailänder Stadtgeschichte zeigen. Erstmals zugänglich werden bislang verschlossene Bereiche des Militärkrankenhauses Baggio (Alcova 21/22, Centro Ospedaliero Militare, Via Simone Saint Bon) sein, einem Komplex aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Neben Funktionsbauten gehören eine Kirche, frühere Verwaltungsräume und ein Archiv dazu. Die Öffnung ermöglicht Einblicke in die stetige Veränderung des Geländes, auf dem sich Architektur und Landschaft über Jahrzehnte hinweg miteinander verwoben haben.

Als zweiter Schauplatz dient die Villa Pestarini, ein Wohnhaus, das Franco Albini Ende der 1930er-Jahre entwarf. Es gilt als prägnantes Beispiel des italienischen Rationalismus und zeigt dessen typische Elemente: klare Geometrie, Glasbausteine und großzügige Öffnungen zum Garten. Die Villa wurde lange privat genutzt und blieb der Öffentlichkeit verschlossen. Ihre erstmalige Öffnung macht ein selten zugängliches Stück Architekturgeschichte sichtbar.

Initiiert und kuratiert wird Alcova von Valentina Ciuffi (Studio Vedèt) und Joseph Grima (Space Caviar). Ihr Ansatz verbindet historische Orte mit zeitgenössischem Design und rückt das Verhältnis von Erhalt und Neuinterpretation in den Fokus. Auch 2026 sollen die Präsentationen weniger ein ästhetisches Potpourri bilden als eine Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen Gestaltung heute entsteht, ermöglichen.

Ein Blick zurück: Bei der Ausgabe 2025 zeigten über einhundert Aussteller ihre Arbeiten, rund 70.000 Besucher nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Das sind starke Zahlen, welche die Relevanz Alcovas für die internationale Designszene eindrucksvoll belegen.


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