Wem es um außergewöhnliche Einrichtungsobjekte geht, mit denen Gäste zu beeindrucken sind, sollte einen Blick auf das Möbelunternehmen Edra werfen. Die 1987 in Perignano (Pisa) gegründete Firma gilt zwar als Spezialist für repräsentative Sofas mit einer selbst entwickelten Polsterfüllung (Gellyfoam®), doch den stärksten visuellen Eindruck machen einige der Sessel- und Stuhlkreationen, die in Zusammenarbeit mit Designern wie Masanori Umeda (lilienförmiger „Getsuen“, 1990), Fernando und Humberto Campana („Vermelhas“ Form besteht aus fünfhundert Meter gewickeltem Seil, 1998) oder Jacopo Foggini entstanden sind. Fogginis Kreationen „Margherita“, „Alice“, „Gina“, „Milano“ und vor allem „Ella“ zeigen einen enorm innovativen Umgang mit Polycarbonat. Die Faszination für Kunststoffe erfasste den italienischen Designer schon früh, als er sich als 6-Jähriger in die familieneigene Plastikfabrik hineinschmuggelte und die riesigen Maschinen sah, mit denen Plastik geschmolzen wurde.
Durch die außergewöhnliche Form und Materialverarbeitung wird der Stuhl „Ella“ zu einem sehr dekorativen Stück, für den das Wort „Hingucker“ erfunden worden zu sein scheint. Die unterschiedlichen Farbvarianten der Polycarbonat-Schale verringern oder erhöhen die Auffälligkeit des Objekts. Der künstlerische Anspruch ist offensichtlich und entspricht dem Motto von Edra „Jedes Stück ein Kunstwerk“. Herangehensweise und Stil des Designs reihen sich in die Collectible Designszene ein, wobei die Qualität der Herstellung wohl auf einer höheren Ebene angesiedelt ist.
Vollständig per Hand aus transluzentem Polycarbonat geformt, erinnert die organische Silhouette an eine geöffnete Blüte. Die „Blütenblätter“ schimmern in Smaragdgrün, Gold, Anthrazit und tiefem Blau. Getragen wird die Schale von einem drehbaren Untergestell mit runder Basis und schwarzem Stiel. Jedes Stück ist ein Unikat, da es von Hand modelliert wird. Abhängig von der Ausführung passt „Ella“ in unterschiedlichste Settings, bei denen etwas Pep gefragt ist.