Home ArchitectureAppleby Blue Almshouse gewinnt den Stirling Prize 2025

Appleby Blue Almshouse gewinnt den Stirling Prize 2025

von Markus Schraml

Mit dem RIBA Stirling Prize 2025 ausgezeichnet, stellt das Projekt „Appleby Blue“ von Witherford Watson Mann Architects eine zeitgemäße Interpretation des traditionellen Armenhauses dar. Im Londoner Stadtteil Southwark entstand ein Wohnkomplex, der gezielt der Vereinsamung im Alter entgegenwirkt und das gemeinschaftliche Leben stärkt.

„In enger Zusammenarbeit mit der United St. Saviour’s Charity haben wir eine Umgebung geschaffen, die Einsamkeit reduziert, Verbundenheit fördert und ein gutes Leben im Alter unterstützt. Die Wohltätigkeitsorganisation hat sozialen Wohnungsbau zu einem attraktiven Ziel gemacht und ermöglicht es Menschen, mit der richtigen Unterstützung vor Ort alt zu werden. Davon profitieren sowohl die Bewohner als auch die gesamte Southwark-Gemeinschaft“, erläutert Architekt Stephan Witherford

Die Architektur schafft Räume für spontane Begegnungen: Gemeinschaftsflächen, eine erhöhte Gartenlounge mit Küche, ein doppelt hoher Gartenraum sowie ein sonniger Innenhof laden zum Verweilen, Kochen, Gärtnern und Zusammensein ein. Auch die Nachbarschaft ist eingeladen, diese Räume mitzunutzen.

Privatheit und Begegnung

Das Gebäude fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Zur Hauptstraße hin wirkt es urban und zurückhaltend, zu den Seiten orientiert es sich in Höhe und Gestaltung an benachbarten viktorianischen Wohnhäusern. Großzügige Fenster und transparente Übergänge lassen Innen- und Außenräume verschwimmen. Alle Wohnungen sind über lichtdurchflutete, unbeheizte Laubengänge erreichbar, die mit Sitzgelegenheiten und Hochbeeten individuell gestaltet werden können.

Anstelle privater Balkone wurden gemeinschaftlich nutzbare Außenflächen geschaffen – ein bewusster Planungsentscheid, um soziale Kontakte zu fördern. Der erhöhte Erdgeschossbereich erlaubt den Blick auf die Straße und belebt das Wohnumfeld zusätzlich. Jeder Aspekt des Siegerprojekts zielt darauf ab, das Altern in Gemeinschaft zu einem lebenswerten Lebensabschnitt zu machen.

Das Projekt basiert auf einem ambitionierten Konzept, das Alter, Würde und Gemeinschaft neu denkt. Die Bauherrin betreibt weiterhin Forschung zum Einfluss der gebauten Umgebung auf das Wohlbefinden der Bewohner.


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