Home ArtWie KI Vorurteile verbreitet – Data Bugs von Dotdotdot in Mailand

Wie KI Vorurteile verbreitet – Data Bugs von Dotdotdot in Mailand

von redaktion
„Data Bugs“ von Dotdotdot 2024 bei der Mailänder Designwoche. © DSL Studio, Piercarlo Quecchia

Nach Stationen in Basel, Eindhoven und China kehrt die Installation Data Bugs des Mailänder Studios Dotdotdot in ihre Heimat zurück. Vom 13. November 2025 bis 25. Januar 2026 ist sie im MEET Digital Culture Center als Teil der Ausstellung Other Intelligences zu sehen – einem Projekt, das die Grenzen zwischen menschlicher, künstlicher und organischer Intelligenz auslotet.

Data Bugs übersetzt die oft unsichtbaren Prozesse der KI in eine sinnliche, körperlich erfahrbare Form. Anstelle von Sprache oder Tastatur reagiert das Werk auf Bewegungen im Raum. Die Besucher treten in einen Dialog mit einer KI, die auf ihre Gesten antwortet und daraus eine virtuelle Welt voller imaginärer Insekten erschafft. Doch hinter dieser poetischen Oberfläche offenbart sich ein kritischer Kern – die Installation macht sichtbar, wie Vorurteile (Bias) in den Datensätzen entstehen, aufgrund des Charakters der Trainingsinformationen.

„Data Bugs“ bietet die Möglichkeit, KI zu verstehen, anstatt sie nur zu beobachten. HEK – House of electronic Arts, Basel – © Franz Wamhof

Auf diese Weise lädt Dotdotdot dazu ein, die Mechanismen hinter der Technologie zu verstehen – und die Verantwortung des Menschen bei der Gestaltung transparenter, bewusster Systeme zu reflektieren. „Data Bugs“ will das Unsichtbare spürbar machen, den Code entlarven. Die Arbeit wurde 2024 beim Fuorisalone in Mailand erstmals gezeigt und erhielt den Fuorisalone Award / Interaction (Special Mention) sowie den Silver DIA Award in China. Zudem wurde sie in den ADI Design Index aufgenommen und ist für den Compasso d’Oro 2026 nominiert.

Was ist Intelligenz?

Die Ausstellung Other Intelligences, kuratiert von Sabine Himmelsbach und Marlene Wenger (italienische Sektion von Maria Grazia Mattei), wird gemeinsam von HEK – House of Electronic Arts Basel und MEET Digital Culture Center produziert. Elf internationale Künstler untersuchen darin die vielfältigen Erscheinungsformen von Intelligenz – jenseits der rein Menschlichen. Mattei betont: „Tatsächlich ist jeder tierische oder pflanzliche Organismus, der in seinem Ökosystem überleben und sich vermehren kann, intelligent. Er entwickelt kooperative, symbiotische Überlebensstrategien. Er knüpft Bindungen und Beziehungen, die systematisch allen zugutekommen.“ Weitere Künstler bei Other Intelligences sind: Niculin Barandun, Alice Bucknell, Isabell Bullerschen, CROSSLUCID, Patricia Domínguez, Susanne Hartmann, Joey Holder, Špela Petrič, Sookyun Yang und Yiming Yang.

Dotdotdot

Das Studio Dotdotdot ist bekannt für seine transdisziplinären Narrative zwischen Design, Technologie und Raum. Mit Projekten wie Data Bugs demonstriert es, wie sich komplexe Inhalte in ästhetische, intuitive Erlebnisse übersetzen lassen – und wie Kunst helfen kann, das „Denken“ der Maschinen zu offenbaren.


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