316.342 Besucher aus 167 Ländern: Der Salone del Mobile.Milano hat 2026 einmal mehr bewiesen, warum Mailand das globale Kraftzentrum der Möbel- und Designbranche bleibt. Gegenüber 2025 legte die Messe um 4,5 Prozent zu – ein erstaunlicher Wert in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und einer insgesamt angespannten Messekonjunktur.
Dieser positiven Meldung seitens der Salone-Organisatoren müssen einschränkend die Zahlen des Jahres 2024 gegenübergestellt werden, dem letzten Jahr, in dem ebenfalls die EuroCucina auf dem Programm stand. Damals waren immerhin 361.417 Fachbesucher nach Mailand gereist. 2026 waren es also rund 45.000 weniger. Der Vergleich mit den Euroluce-Jahren hinkt, denn zur Lichtbiennale kommen traditionellerweise immer erheblich weniger Menschen als zur Küchenschau. Dennoch – insgesamt sind die Zahlen im Vergleich zu anderen Branchenevents sehr hoch und die Organisatoren dürfen mit Recht positiv gestimmt sein.
Denn der Blick auf die weltweite Messelandschaft zeigt, viele Formate kämpfen mit sinkenden Besucherzahlen, höheren Kosten und einem veränderten Reiseverhalten. Der Salone hingegen profitiert von seiner einzigartigen Position als weltweit wichtigste Branchenplattform – wirtschaftlich wie kulturell. 1.900 Aussteller aus 32 Ländern, dazu ein internationaler Fachbesucheranteil von stabilen 68 %: Diese Zahlen unterstreichen, dass Mailand weit mehr ist als eine klassische Möbelmesse.
„Der Salone bringt Design nicht nur zusammen – er setzt es in Bewegung“, meinte Präsidentin Maria Porro. Tatsächlich fungiert Mailand längst als globales Betriebssystem der Branche. Hier werden Geschäfte abgeschlossen, Narrative gesetzt und Märkte definiert.
Ein weiteres positives Signal: Auch jenseits Mailands wächst die Dynamik. Die 3daysofdesign in Kopenhagen haben sich in kurzer Zeit zu einem ernstzunehmenden internationalen Treffpunkt entwickelt. Das spricht nicht gegen Mailand, sondern für die Vitalität einer Branche, die wieder Lust auf physische Begegnungen hat. Und – dass sich Schwerpunkte verlagern können. Claudio Feltrin, Präsident von FederlegnoArredo, formulierte es treffend: „Der Salone hat der gesamten Branche einen konkreten Vertrauensschub gegeben.“ In einem Markt, der vielerorts auf Sicht fährt, ist das vielleicht der wichtigste Faktor von allen.