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Bewegte Räume – Europas Städte als Spielfeld

von redaktion
Als „Volkspark des 21. Jahrhunderts“ integriert der Hafenpark in Frankfurt Skate- und Ballspielfelder in eine großzügige Mainuferlandschaft und verknüpft urbane Sportkultur mit Blick auf Skyline und EZB. Design: sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin/ Frankfurt. Foto © Nikolai Benner

Sport verlagert sich zunehmend in den urbanen Alltag. Was früher auf Vereinsgelände und Stadien beschränkt war, findet heute auf Plätzen, Schulhöfen, Parkanlagen und Uferpromenaden statt. Die Ausstellung „Die Stadt ist der Sport – Städte in Bewegung: Beispiele aus ganz Europa“ im Deutschen Architekturmuseum (21. Februar – 7. Juni 2026) versammelt zwölf europäische Projekte, die Bewegung als selbstverständlichen Teil des öffentlichen Raums begreifen. Sie zeigen, wie durch Umnutzungen, Neugestaltungen oder minimale Eingriffe neue soziale Treffpunkte entstehen. Besucher können die Schau zudem aktiv nutzen – mit Spiel- und Fitnessstationen sowie begleitenden Sportformaten.

Ein Beispiel aus Dänemark ist der Superkilen in Kopenhagen (2012). Auf einer ehemaligen Bahnbrache im multikulturellen Stadtteil Nørrebro entstand eine Freiraumachse mit „Rotem Platz“, „Schwarzem Markt“ und „Grünem Park“. Basketballfeld, Boxring und Spielgeräte stehen neben Alltagsobjekten aus über 60 Herkunftsländern der Anwohner. Sport fungiert hier als verbindendes Element, das ohne gemeinsame Sprache funktioniert und unterschiedliche Gruppen zusammenführt.

„Superkilen“ im Stadtteil Nørrebro in Kopenhagen verbindet Sportflächen, Spielzonen und kulturelle Objekte aus über 60 Herkunftsländern der Anwohner zu einer linearen Bewegungslandschaft. Design: Topotek 1, Berlin; Kooperation BIG – Bjarke Ingels Group, Superflex. Foto © Iwan Baan

Aus Norwegen wird das Bekkelagsbadet in Oslo (2019) vorgestellt. Im Zuge der städtischen „Fjordstadt“-Strategie wurde eine ehemalige Pufferzone zwischen Hafenindustrie und Wohngebiet in einen öffentlichen Park mit Hafenbad transformiert. Charakteristisches Element ist ein leuchtend orangefarbener Sprungturm, der weithin sichtbar ein neues Wahrzeichen am Fjord setzt. Terrassierte Holzdecks, Plattformen und Granitmauern strukturieren das Gelände; eine markante Spundwand trennt Park und Hafenbecken. Neben Badebereichen entstanden Grünflächen, Parkour- und BMX-Angebote. Das Projekt zeigt, wie ehemals abgeschottete Infrastrukturräume durch sportliche Nutzung wieder Teil des städtischen Lebens werden.

Das Hafenbad am Oslofjord transformiert eine frühere Industrie-Pufferzone in einen öffentlichen Park mit markantem Sprungturm, Holzdecks und vielfältigen Sportangeboten. Von bar bakke landskapsarktitekter as, Fabel arkitekter. Foto © Tove Lauluten

Für Deutschland steht unter anderem der Hafenpark (2015) in Frankfurt am Main (Foto ganz oben). Als „Volkspark des 21. Jahrhunderts“ verbindet er ein markantes Sportband mit großzügigen Grünflächen am Mainufer. Skate- und Bikeanlagen, Ballspielfelder und Fitnessbereiche sind landschaftlich eingebettet und zugleich offen zugänglich. Die Nähe zur Skyline und zur Europäischen Zentralbank verleiht dem Park eine urbane Kulisse, in der Bewegung und Stadtbild ineinandergreifen.

Die ausgewählten Projekte machen deutlich: Sport ist heute mehr als Freizeitbeschäftigung. Er wird zum Motor städtischer Transformation – sozial, räumlich und kulturell.


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