Mit dem Projekt Ferrari Luce schlägt Ferrari ein neues Kapitel auf. In San Francisco präsentierte der Hersteller das Interieur und die Benutzeroberfläche seines ersten vollelektrischen Sportwagens – ein Modell, das technologisch wie gestalterisch einen Wendepunkt markieren soll. Der Name „Luce“ (italienisch für Licht) steht programmatisch für eine neue Ära und eine überarbeitete Nomenklatur innerhalb der Modellpalette. Die technische Basis war bereits im Oktober 2025 im E-Building in Maranello vorgestellt worden, die finale Enthüllung des Exterieurs ist für Mai 2026 in Italien angekündigt.
In diesem Video sprechen John Elkann und andere über das Projekt Ferrari Luce und die Zukunft von Ferrari.
Designkooperation mit globaler Strahlkraft
Maßgeblich geprägt wurde das Projekt von LoveFrom, dem 2019 von Sir Jony Ive gegründeten Kreativkollektiv, das er gemeinsam mit Marc Newson führt. Beide gelten als zwei der einflussreichsten Designer ihrer Generation. Seit fünf Jahren arbeiten sie mit Ferrari an allen Dimensionen des Fahrzeugs – von Materialität und Ergonomie bis zur Interface-Architektur. LoveFrom, mit Studios in San Francisco und London, erhielt frühzeitig die Freiheit, eine eigenständige, markengerechte Designsprache für den elektrischen Ferrari zu entwickeln.
Das Interieur ist konsequent durchdacht – als klarer, ruhiger Raum, dessen Elemente (Binnacle, Kontrollpanel, Mittelkonsole) funktional organisiert sind. Hardware und Software wurden parallel entwickelt, um eine formale und funktionale Einheit zu bilden. Anders als bei vielen Elektrofahrzeugen dominieren nicht großflächige Touchscreens das Cockpit, sondern präzise gefertigte mechanische Schalter, Drehregler und Taster. Sie verbinden haptisches Feedback mit digitalen Anzeigen und zitieren zugleich klassische Ferrari- und Formel-1-Cockpits.
Interface zwischen analog und digital
Ein zentrales Element ist das mitlenkende Binnacle mit überlappenden OLED-Displays, entwickelt in Zusammenarbeit mit Samsung Display. Drei Aussparungen im oberen Panel öffnen den Blick auf eine darunterliegende Anzeige – ein neuartiger, räumlich wirkender Aufbau. Die Typografie des Interfaces knüpft an historische Ferrari-Schriften und italienische Ingenieursgrafik an. Dabei soll die grafische Reduktion die kognitive Belastung minimieren. Materialseitig setzt Ferrari auf 100 Prozent recyceltes, CNC-gefrästes Aluminium sowie auf Corning® Gorilla® Glass für Displays, Schlüssel und Schalter.
Bei Ferrari Luce wird Elektrifizierung nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als gestalterische Chance. In der Zusammenarbeit mit LoveFrom verdichtet sich dieser Anspruch zu einem Interieur, das Tradition, Ingenieurskunst und Interface-Design auf neuem Niveau verschränkt – und damit den emotionalen Kern der Marke in ein elektrisches Zeitalter überführt.