Home ArtInstallationen beim London Design Festival verbinden Geschichte mit Zukunftsfragen

Installationen beim London Design Festival verbinden Geschichte mit Zukunftsfragen

von redaktion
Paul Cocksedges Installation erschafft sowohl eine fesselnde skulpturale Form als auch funktionale Portale, die dem Publikum den Blick auf diesen erhöhten Aussichtspunkt ermöglichen. © Paul Cocksedge Studio

Ein alljährliches Kernelement des London Design Festivals sind die sogenannten Landmark Projects. Dabei handelt es sich meist um Installationen im öffentlichen Raum, die sich an der Grenze zwischen Kunst und Design bewegen. Für die Ausgabe 2025 wurden zwei der angesagtesten britischen Designer, Lee Broom und Paul Cocksedge, damit beauftragt.

Das Projekt „What Nelson Sees“ von Paul Cocksedge fußt auf einer Zusammenarbeit mit Google Arts and Culture und wird den Trafalgar Square einnehmen, eines der bekanntesten Wahrzeichen Londons. Es bietet Besuchern die Gelegenheit, London aus Nelsons Perspektive, der hoch über dem Platz auf seiner Säule steht, zu erleben und eröffnet damit Blicke auf die Stadt, die bisher nicht zugänglich waren.

Entstanden aus der lebenslangen Neugier des Designers darüber, was Admiral Nelson von seinem erhöhten Standpunkt aus „beobachtet“, stellt diese ambitionierte öffentliche Installation Cocksedges Versuch dar, diese Neugier zu befriedigen: Sie versetzt die Betrachter fünfzig Meter in die Höhe, um ihnen einen fast zwei Jahrhunderte lang verborgenen Ausblick zu eröffnen. Die Skulptur besteht aus einer Reihe sich kreuzender Röhren, die eine markante, frei stehende Struktur bilden. Es sind teleskopartige Aussichtsportale, durch die Besucher hindurchschauen und die Londoner Skyline aus der Perspektive Nelsons entdecken können.

Die visuelle Erzählung in Form von sogenannten Vignetten spannt sich von der Vergangenheit Londons bis in eine mögliche Zukunft. Diese bewegenden Vignetten wurden mit Flow, Googles KI-Filmtool auf Basis von Veo, zum Leben erweckt und zielen darauf ab, die Essenz Londons als ewigen Schmelztiegel und Stadt der Energie, Kreativität und Neuerfindung einzufangen. „Als gebürtiger Londoner habe ich immer zu Nelson aufgeblickt und mich gefragt, was er sieht. Dieses Werk verbindet eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt mit künstlicher Intelligenz, verschmilzt Zeitlinien und bringt Geschichte mit moderner Technologie in einen Dialog“, kommentiert Cocksedge seine Arbeit.

Ein Leuchtfeuer in der urbanen Landschaft

„Beacon“ ist der Titel einer monumentalen Lichtinstallation, entworfen von Lee Broom, unterstützt und produziert von Brokis und Materials Assemble. Die Installation am Eingang der Royal Festival Hall des Southbank Centre ist inspiriert von der ikonischen brutalistischen Architektur dieser Gegend und dem Erbe des Festival of Britain von 1951, das einst als „Leuchtfeuer des Wandels“ gefeiert wurde. Als zeitgenössische Hommage an einen der historisch bedeutendsten öffentlichen Räume Londons soll „Beacon“ ein kraftvolles Symbol für Vergangenheit und Zukunft sein. Als Kunstwerk im öffentlichen Raum ist es nicht nur als Designinstallation konzipiert, sondern auch als gemeinsames Erlebnis, das offen und für alle zugänglich ist. Seine leuchtende Struktur wird von der anderen Seite der Themse, von der Waterloo Bridge und der Golden Jubilee Bridge sowie Embankment aus sichtbar sein.

Eines der faszinierendsten Merkmale von „Beacon“ ist die dynamische Lichtchoreografie. Wenn Big Ben auf der anderen Seite des Flusses die volle Stunde schlägt, werden die beleuchteten Schirme der Installation zum Leben erwachen. Mit einem langsamen, poetischen Puls beginnend, steigert sich die Lichtshow zu einem dramatischen Crescendo. „Beacon“ besteht aus mehreren schwarzen Laternenpfählen, die jeweils mit einem beleuchteten Schirm aus Recyclingglas gekrönt sind. Optisch orientiert sich die Arbeit an den viktorianischen Dolphin Street Lamps, die 1870 von George John Vulliamy entworfen wurden und ein Wahrzeichen des Themseufers sind. Form und Rhythmus der Installation interpretieren diese klassischen Designs aus zeitgenössischem Blickwinkel und verschmelzen sie mit der postmodernen Architektur der Royal Festival Hall und der brutalistischen Materialität der Hayward Gallery.

Lee Broom ist einer der führenden Produktdesigner Großbritanniens. Seine originellen Luxusmöbel und Leuchten sind weltweit anerkannt. Seit der Gründung des Unternehmens 2007 hat er über 100 Möbel, Accessoires und Beleuchtungsobjekte geschaffen, die alle unter der Marke Lee Broom hergestellt und verkauft werden. © Lee Broom

„Es gab so viele architektonische und kulturelle Referenzen, die ich in Beacon einfließen lassen wollte“, erzählt Broom. „Es ist eine Hommage an die Geschichte und die Zukunft dieses ikonischen Ortes. Die Zusammenarbeit mit den unglaublichen Kunsthandwerkern von Brokis hat dieses Projekt auf ein ganz neues Niveau gehoben. Ihr Verständnis von Licht und Form hat diese Vision mit außergewöhnlicher Sensibilität zum Leben erweckt“.


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