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Breuer / Hartwig – Bauhaus spielt Schach

von redaktion
Kulturgeschichte im Wohnzimmer: Wenn die Klarheit des Stahlrohrs auf geometrisch reduziertes Schachspiel trifft. Foto © F. Frinzel

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Bauhauses in Dessau kooperieren Thonet und der Schweizer Spielehersteller Naef für eine auf 100 Stück limitierte Jubiläumsedition. Das Set besteht aus den Satztischen B 9 a und b (ein Design von Marcel Breuer, das 2025 ebenfalls 100 Jahre feiert) sowie den Bauhaus-Schachfiguren von Josef Hartwig.

Was Breuer zu Anfang als Hocker für die Kantine des Dessauer Bauhaus-Gebäudes konzipiert hatte, verwandelte sich in kurzer Zeit in das Satztisch-Set B 9. Die Tische in unterschiedlicher Höhe können praktisch ineinandergeschoben werden und sind ein Paradebeispiel für ein zeitloses Möbel aus Stahlrohr. Die geometrisch stilisierten Schachfiguren des Bildhauers Josef Hartwig sind im Jahr 1923 entstanden. Walter Gropius hatte ihn 1921 als Leiter der Werkstatt für Holz- und Steinbildhauerei ans Weimarer Bauhaus berufen.

Naef fertigt die Bauhaus-Schachfiguren von Hartwig seit 1954. Foto © F. Frinzel

Das Schachbrett ist genau auf die Platte des B 9 Tisches abgestimmt und die Figuren, die stark von traditionellen Schachfiguren abweichen, verströmen den Geist des Bauhauses. Wie eine Recherche in den digitalen Bildarchiven ergibt, finden sich die Bauhaus-Schachfiguren von Hartwig in verschiedenen Varianten. Der Unterschied besteht im Wesentlichen in der Figur des Läufers, der einmal als Pyramide, einmal als Kreuzbalken erscheint, die Dame kann mit einem Kreuz oder mit einer Kugel gekrönt sein und alle Figuren gibt es mit oder ohne Podest. Die aktuelle von Naef produzierte Variante zeigt die Läufer in an den Enden abgeschrägtem Kreuzbalken-Design sowie die Dame mit Kugel-Krone. Es ist jene Version, die mit Abstand am besten in die Gegenwart passt.

B 9-Tisch und Bauhaus-Schachfiguren in Kombination werten nicht nur das Interieur auf, sondern bringen ein Stück Kulturgeschichte in jeden Raum.


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