Home Design-TickerDer Design-Ticker | 7. Oktober 2026

Der Design-Ticker | 7. Oktober 2026

von redaktion

Die heutige Auswahl zeigt Design als Verbindung von Neuanfang und Weiterentwicklung. Jaguar versucht, mit einem radikal neuen Markenbild die eigene Zukunft zu definieren, während Richard Sappers Telefunken Match zeigt, wie eine bereits etablierte Produktkategorie durch Gestaltung neu bewertet werden kann. Auch Ronchamp, Carla Ceratis Mailand und Julianne Moores Interieur machen deutlich, wie stark Gestaltung mit Zeit, Erinnerung und persönlicher Wahrnehmung verbunden ist. Die Neuheiten aus Valencia führen diesen Gedanken auf Produktebene weiter: Vertraute Formen werden nicht verworfen, sondern durch neue Materialien, Funktionen und Bezüge aktualisiert.

Dezeen – Jaguar setzt beim Type 01 auf radikalen Neuanfang

Mit dem Type 01 beginnt für Jaguar eine neue Ära. Der vollelektrische viertürige GT verabschiedet sich deutlich vom bisherigen Markenbild und setzt auf eine skulpturale, lang gestreckte Karosserie mit niedriger Dachlinie und 23-Zoll-Rädern. Das in Großbritannien entwickelte Fahrzeug basiert auf einer neuen elektrischen Architektur und kombiniert drei Motoren mit einer Leistung von mehr als 1.000 PS. Auch gestalterisch geht Jaguar neue Wege – unter anderem mit einer vollständig geschlossenen Heckpartie und Kameratechnik statt einer klassischen Heckscheibe. Der Type 01 soll damit weniger Evolution als demonstrativer Neustart der Marke sein. (Quelle: Dezeen, https://www.dezeen.com/2026/10/07/jaguar-type-01-electric-car/)

Core77 – Richard Sappers Radio-Klassiker für Telefunken

Als die ersten tragbaren Transistorradios Mitte der 1950er-Jahre auf den Markt kamen, war ihre kompakte Form bereits eine technische Revolution. Richard Sapper gelang mit dem Telefunken Match von 1962 jedoch etwas anderes. Er machte aus der neuen Produktkategorie einen präzise gestalteten Gebrauchsgegenstand. Die Kombination aus Aluminium und Leder unterscheidet sich deutlich von den damals verbreiteten, eher spielzeughaften Kunststoffgehäusen. Core77 zeigt den Match im Kontext seiner Vorgänger – und damit, wie stark gutes Industriedesign eine bestehende Produktklasse verändern kann. (Quelle: Core77, https://www.core77.com/posts/145588/An-Industrial-Design-Classic-Richard-Sappers-Telefunken-Match?utm_source=core77&utm_medium=from_title)

designboom – Ronchamp: Le Corbusiers Architektur mit Licht

Mehr als sieben Jahrzehnte nach ihrer Fertigstellung wirkt die Wallfahrtskapelle Notre-Dame du Haut in Ronchamp noch immer ungewöhnlich. Zum 139. Geburtstag Le Corbusiers richtet designboom den Blick auf Paul Clemences Fotografien des Bauwerks, dessen geschwungene Wände, das schwere Betondach und die unregelmäßigen Öffnungen eine deutliche Abkehr von der rationalen Geometrie des früheren Modernismus markieren. Besonders prägend ist das Zusammenspiel von Landschaft und Innenraum. Licht fällt durch unterschiedlich große Öffnungen und verändert die Atmosphäre der Kapelle im Tagesverlauf. Ronchamp bleibt damit ein Beispiel für eine Architektur, die weniger über ihre Konstruktion als über Wahrnehmung und räumliche Erfahrung funktioniert. (Quelle: designboom, https://www.designboom.com/architecture/le-corbusiers-ronchamp-chapel-modern-architecture/)

Architectural Digest – Julianne Moore richtet sich im New Yorker Duplex neu ein

Julianne Moore und ihr Mann Bart Freundlich haben ihr West-Village-Stadthaus gegen einen Duplex in einem Wohnhaus aus den 1920er-Jahren getauscht. Die achtmonatige Renovierung beschränkte sich weitgehend auf Eingriffe in Ausstattung und Details. Die bestehende Raumaufteilung blieb erhalten, während Stauraum ergänzt, Muster reduziert und Materialien neu kombiniert wurden. Moore bringt dabei Möbel und Objekte aus früheren Wohnungen mit neuen Stücken zusammen – von Charlotte Perriand und Pierre Chapo bis zu Charles Pfister und Isamu Noguchi. Das Ergebnis ist weniger ein komplett neu gestaltetes Interieur als eine Weiterentwicklung einer über Jahre gewachsenen Sammlung. (Quelle: Architectural Digest, https://www.architecturaldigest.com/story/julianne-moore-trades-her-west-village-town-house-for-a-serene-light-filled-duplex)

Domus – Carla Cerati fotografiert ein sich veränderndes Mailand

Zum 100. Geburtstag von Carla Cerati widmet Palazzo Reale der italienischen Fotografin die Ausstellung „Plurale femminile. Fotografia e scrittura, 1926–2026“. Rund 200 Fotografien sowie Bücher, Dokumente, Archivmaterialien und Videos zeichnen ein Werk nach, das sich zwischen Porträt, Theater, Mode, Reportage und gesellschaftlicher Beobachtung bewegt. Mailand bildet dabei einen zentralen Bezugspunkt. Cerati dokumentierte eine Stadt im wirtschaftlichen und sozialen Wandel und nutzte die Fotografie zugleich als Möglichkeit, aus der privaten Sphäre in das öffentliche Leben vorzudringen. (Quelle: Domus, https://www.domusweb.it/en/art/gallery/2026/10/01/carla-cerati-photographer-milan-exhibition-palazzo-reale.html)

Interior Design – Entdeckungen auf der Feria Hábitat València

Die 60. Ausgabe der Feria Hábitat València versammelte Ende September mehr als 1.200 Marken auf 110.000 Quadratmetern. Interior Design hebt unter anderem Möbel und Accessoires hervor, bei denen Material, handwerkliche Bezüge und neue Einsatzbereiche eine wichtige Rolle spielen: von keramischen Tischplatten mit marokkanischer Anmutung über eine Holzstuhl-Neuheit von Actiu bis zu einem Aluminium-Pooltisch von Luca Nichetto. Auch modulare und multifunktionale Möbel spielen eine Rolle, etwa Marc Morros Wally Box, inspiriert von den Transportkisten aus Film- und Fotostudios. Auffällig ist damit weniger ein einzelner Stil als die Bandbreite, mit der traditionelle Materialien und vertraute Typologien neu interpretiert werden. (Quelle: Interior Design, https://interiordesign.net/designwire/top-picks-from-feria-habitat-valencia-2026/)


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