Die Ausstellung In Shape im niederländischen Design Museum Den Bosch lädt ein, über unser Bild vom idealen Körper nachzudenken – gestern wie heute. In einer Welt voller Fitnessroutinen, Schönheitsfilter und kosmetischer Eingriffe erscheint der Körper immer mehr als gestaltbares Projekt. Doch diese Idee ist nicht neu. Schon seit Jahrhunderten haben Menschen Kleidung und Unterwäsche genutzt, um Konturen zu formen und Schönheitsideale sichtbar zu machen.

Die Schau rückt den Körper in den Mittelpunkt als Schnittstelle von Design, Mode und gesellschaftlichen Normen. Sie zeigt, wie Unterwäsche über die Jahrhunderte nicht nur Kleidung, sondern aktiv Körperform und Identität geprägt hat. Korsetts, Bustles (Cul de Paris), BHs, Slips und Mieder veränderten Taille, Brust, Hüften, Beine, Gesäß oder Schultern – und spiegeln zugleich die jeweiligen Vorstellungen von Macht, Disziplin und Verführung.
In Shape gliedert sich entlang verschiedener Körperbereiche und macht sichtbar, wie sich der Fokus im Lauf der Zeit verschoben hat und welche technischen wie kulturellen Mittel dafür eingesetzt wurden. Dabei stehen Körper jeder Art im Blick, die sich im Spannungsfeld von Bildkultur, Mode und Begehren begegnen.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Sammler und Experten Dirk-Jan List realisiert, der seine umfangreiche Sammlung historischer Unterwäsche zur Verfügung stellt. Ergänzt durch Leihgaben aus anderen Museen entsteht ein vielschichtiges Narrativ, das Vergangenheit und Gegenwart verknüpft. In Shape zeigt, dass Design nicht nur unsere Kleidung, sondern auch unser Verständnis vom Körper selbst formt – und fordert dazu auf, über Macht, Verführung und Risiken der Körperformung nachzudenken.
In Shape im Design Musem Den Bosch kann von 7. Februar 2026 bis 14. Juni 2026 in ’s-Hertogenbosch (Den Bosch) besucht werden.