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Neue Siemens U-Bahn für Wien

von redaktion
Siemens U-Bahn für Wien

Öffentlicher Verkehr wird in den Städten der Zukunft eine maßgebliche Rolle spielen. U-Bahnen, S-Bahnen und Busse werden die Hauptlast für klimafreundliche Massenmobilität im urbanen Raum tragen. Danach kommt das Fahrrad und erst dann die medial so gehypte Shared Mobility. Vom individuellen E-Auto ganz zu schweigen. In vielen Städten besteht in puncto öffentliche Verkehrsmittel massiver Nachholbedarf. Nicht so in der österreichischen Hauptstadt. Wien verfügt seit vielen Jahren über ein sehr gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, das kontinuierlich ergänzt wird. Als weitere Maßnahme haben die Wiener Linien im Jahr 2017 bei Siemens 34 vollautomatische U-Bahnzüge bestellt. Nun wurde der erste lackierte Wagenkasten in Wien präsentiert. Es handelt sich dabei um die dritte U-Bahn-Generation, die Siemens für Wien baut. Sie wird als X-Wagen bezeichnet. Der klimatisierte Innenraum des X-Wagen wird durchgängig begehbar und hell gestaltet sein. Der Trend hin zu mehr großzügigen, offenen Bereichen für Personen mit Kinderwagen oder mehr Gepäck wird hier fortgesetzt. Ausfahrbare Spaltüberbrückungen sorgen an jeder der 18 Türen je Fahrzeugseite für einen barrierefreien Einstieg. In den 111 Meter langen Zügen können insgesamt 928 Fahrgäste befördert werden. Die Züge werden mit dem Fahrgastinformationssystem „Plus” (FIS+) von Siemens Mobility ausgestattet sein, das in Wien entwickelt wurde und hier nun erstmals zum Einsatz kommt. Informationsdisplays oberhalb jeder Fahrgastraumtür zeigen in Echtzeit bereits vor Ankunft in der Station eine positionsabhängige Wegeleitung für die kommende Station inklusive aktueller Anschlussverbindungen an. Dadurch wissen die Fahrgäste bereits vor der Ankunft in der Station, in welche Richtung sie nach dem Aussteigen weitergehen müssen. Das führt zu einer Optimierung des Fahrgastflusses auf dem Bahnsteig.

Die Fahrzeuge eignen sich sowohl für den vollautomatischen Betrieb als auch für den Betrieb mit Fahrer. Sie sollen auf der derzeit im Bau befindlichen Linie U5 vollautomatisch eingesetzt werden und auf den Strecken U1 bis U4 manuell bzw. halbautomatisch. „Unser U-Bahn-Netz wird mit dem Linienkreuz U2xU5 in den nächsten Jahren weiterwachsen, das Gesamtaufkommen an Fahrgästen auch. Dafür benötigen wir zusätzliche leistungsstarke Züge. Der X-Wagen ist flexibel auch im bereits bestehenden Netz einsetzbar“, sagt Wiener Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer. Die zuständige Wiener Stadträtin Ulli Sima sieht die Notwendigkeit der Anschaffung vor allem im Hinblick auf mehr Energieeffizienz. „Der X-Wagen ist eine wichtige Investition für die klimafreundliche Mobilität in Wien. Umweltschutz beginnt dabei bereits in der Fertigungshalle. Die neuen U-Bahn-Züge bestehen zu über 90 % aus wiederverwertbaren Materialien. Die Leichtbauweise, die moderne LED-Beleuchtung und die besonders energiesparende Heizungs- und Klimaausstattung ermöglichen einen noch niedrigeren Energieverbrauch.“ Der X-Wagen ist ein Leichtgewicht in seiner Klasse, denn spezielle Leichtbaumaßnahmen im Rohbau und im Fahrwerk verringern das Gewicht signifikant. Elektrodynamische Bremsen bis zum Stillstand des Fahrzeugs sorgen für eine verschleißfreie Betriebsbremsung und niedrigere Wartungskosten. Wartungsarme, energiesparende LEDs werden für Innen- und Außenbeleuchtung eingesetzt.

Der neue X-Wagen wird am Siemens-Standort Wien Simmering produziert. Das erste Vorserienfahrzeug soll Mitte 2020 geliefert werden. Die Wiener Linien sicherten sich zusätzlich zu den 34 bestellten Zügen eine Option auf elf weitere Fahrzeuge. Der Vertrag beinhaltet auch die Instandhaltung der Fahrzeuge über einen Zeitraum von 24 Jahren.

 

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