Die COLLECTIBLE-Designmesse in New York City geht in die zweite Runde. Sie findet vom 4. bis 7. September im neu renovierten WSA Gebäude an der Maiden Lane 180 statt. Die sechs thematischen Bereiche Main, Bespoke, Fashion, New Garde, Curated und Vignette werden von über 123 Ausstellern bespielt. „Das diesjährige Programm baut auf dem Fundament auf, das wir 2024 gelegt haben, und erweitert es mit äußerst hochkarätigen, sorgfältig ausgewählten Talenten“, verspricht Liv Vaisberg, eine der beiden Gründerin der Messe. Partnerin Clélie Debehault sieht die Präsentation als eine Zusammenkunft von einigen der „spannendsten Stimmen aus der Welt des Sammlerdesigns“ und meint, dass der Erfolg des Vorjahres sie ermutigt habe, ein noch umfangreicheres Programm auf die Beine zu stellen.
Der Bespoke-Bereich von COLLECTIBLE ist eine Plattform für internationale Debüts. Darin finden sich eine Reihe von Projekten, die im Auftrag der Messe erstellt wurden, darunter neue Beleuchtungskollektionen von Yuxuan Huang und Jesse Groom. Die New Yorker Architektin und Künstlerin Kamilla Csegzi präsentiert zwei Skulpturen, die mit ihrer einmaligen „Air Casting“-Methode entstanden sind. Dabei wächst Myzel in Formen aus Luftpolsterfolie und enthüllt so die unsichtbaren Strukturen, die unsere Welt still und leise prägen. Das französische Studio Heim+Viladrich zeigt eine Sammlung skulpturaler Arbeiten, die die Spannung zwischen Vertrautheit und Unbehagen erkundet.
Individuum, Geschichte, Kooperation
Zu den Ausstellern in der Main-Sektion der Messe zählt die belgische Galerie Uppercut, die die Stimmen des südkoreanischen Designers Yoon Shun sowie der Belgierin Linde Freya Tangelder gegenüberstellt. Das Ergebnis ist eine gemeinsame Landschaft, die das Feld zwischen Materialität und Form erforscht. Es bietet einen faszinierenden Einblick in zwei gegensätzliche und doch sich ergänzende Herangehensweisen. Im Bereich New Garde wiederum geht es um junge Galerien und Kollektive, die seit weniger als drei Jahren bestehen. Zu den Ausstellern zählt das New Yorker Büro Concordia Studio, das mit Inventario eine limitierte Möbelkollektion der venezolanischen Designerin María Laura Camejo präsentiert. Sie interpretiert Objekte aus ihrem Elternhaus neu – eine Reise in die eigene Geschichte.
„Praise of Folly“ lautet der Titel der diesjährigen Curated-Sektion-Ausstellung, wo einzigartige Objekte ausgewählter Studios versammelt sind, die von der architektonischen „Folly“ inspiriert sind – einer ornamentalen Struktur, ein „nutzloser“ Bau mit exzentrischem Touch. Designer wurden eingeladen, Themen wie Laune, Fantasie und das Wunderschöne am Unpraktischen zu erkunden. Mit dabei sind Around the Studio, Autumn Casey, Gabriel Colón-Amador, Haritini Gritzali, Sam Klemick, Ready to Hang x Analuisa Corrigan, TOUCH WITH EYES, Basia Pruszyńska und andere.

Design für den Esstisch
Zusätzlich zu den Ausstellerpräsentationen bietet COLLECTIBLE eine Reihe von Sonderprojekten, darunter „Table Top“, eine von Michael Yarinsky und Allan Wexler kuratierte Gruppenausstellung, die konventionelle Vorstellungen von Essen, Speisenpräsentation und den damit verbundenen Ritualen hinterfragt.
Die Podiumsdiskussionen finden in der Lobby des Gebäudes statt. An den vier Messetagen sprechen die Teilnehmer zum Beispiel über die Rolle von Design und Placemaking im Gastgewerbe oder diskutieren die Frage, was ein Design braucht, damit es wert ist, vererbt zu werden. Zu den Diskutanten gehören Trenton Chase Pardue (Spaces of My Dreams), Dan Rosen (Middlebrow Podcast), Felix Burrichter (PIN-UP) sowie die Ehrenkomiteemitglieder Alexandra Cunningham Cameron und Gabrielle Khalil. Zusätzlich werden Meisterkurse von ausgewählten Branchenführern angeboten.

Die Messe
COLLECTIBLE wurde 2018 von den Kunst- und Designexpertinnen Clélie Debehault und Liv Vaisberg gegründet. Sie ist die einzige Messe weltweit, die sich ausschließlich auf Design des 21. Jahrhunderts konzentriert. COLLECTIBLE bricht mit dem traditionellen Messeformat und interpretiert das Designmessemodell neu, indem es den Besuchern die Möglichkeit bietet, in einen Raum einzutauchen, in dem Galerien, Designstudios, Institutionen und Stiftungen zusammenkommen.