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Erstes E-Auto von Ferrari

von Uwe Prenner
Die Batterieeinheit wurde von Ferrari entwickelt und produziert. Sie wird in die Bodenplatte integriert und senkt den Schwerpunkt um 80 Millimeter gegenüber einem vergleichbaren Modell mit Verbrennungsmotor. © Ferrari S.p.A.

Nun also auch Ferrari. Vor wenigen Tagen präsentierte der legendäre italienische Autobauer seine Pläne für das erste vollelektrische Modell. Unter dem Titel „Ferrari Elettrica“ enthüllte die Marke aus Maranello ein serienreifes Chassis sowie einige Komponenten des neuen E-Autos. Damit beinhaltet die Multi-Energie-Strategie von Ferrari jetzt Verbrennungsmotoren, Hybrid- und Plug-in-Hybridsysteme sowie erstmals auch einen vollelektrischen Antrieb.

Der „Ferrari Elettrica“ fußt auf einer ganzen Reihe von technologischen Entwicklungen, die 2009 mit den ersten, aus der Formel 1 abgeleiteten Hybridlösungen begannen. Vom 599 HY-KERS-Prototyp des Jahres 2010 über den LaFerrari 2013, den SF90 Stradale, dem ersten Plug-in-Hybrid und dem 296 GTB bis hin zum kürzlich vorgestellten 849 Testarossa ließ sich Ferrari lange Zeit. Und das hatte seinen Grund, denn das Unternehmen wollte erst dann die Bühne mit einem reinen E-Auto betreten, wenn sichergestellt sein würde, dass die verfügbaren Technologien den Werten der Marke entsprechen. Konkret gesagt, wenn sie eine überragende Leistung bieten würden.

210 Batterie-Zellen (15 Module mit je 14 Zellen)

Die Batteriemodule werden zu 85 % mittig in den Boden des Fahrzeugs integriert sein, der Rest unter der Rückbank. Damit wird der Schwerpunkt gesenkt und die Fahrdynamik optimiert. Die Batterie, vollständig in Maranello entwickelt und gebaut, verfügt über eine Energiedichte von fast 195 Wh/kg.

An der Hinterachse führt Ferrari den ersten separaten Hilfsrahmen seiner Geschichte ein. Dieser wurde entwickelt, um Geräusche und Vibrationen in der Kabine zu reduzieren und gleichzeitig die Steifigkeit zu verbessern. Das aktive 48-Volt-Fahrwerkssystem präsentierte Ferrari erstmals im Purosangue und in weiterentwickelter Form im F80. Mit dem neuen Stromer debütiert die dritte Generation dieser Technologie.

Der elektrische Ferrari wird mit zwei ebenfalls im eigenen Haus entwickelten und dort gefertigten elektrischen Antriebsachsen ausgestattet, die über ein Paar Permanentmagnet-Synchronmotoren und Halbach-Array-Rotoren verfügen, welche aus der Formel 1 stammen und für die Serienproduktion adaptiert wurden. Die Elektromotoren, mit denen die Hinter- und Vorderachsen bestückt sind, ermöglichen eine Leistung von 620 bzw. 210 kW, bei einer Motorendrehzahl von 25.500 bzw. 30.000/min sowie einem Drehmoment von 8000 bzw. 3500 Nm.

Ferrari präsentiert seine neueste Entwicklung: den Ferrari Elettrica, das erste vollelektrische Modell in der Geschichte des Cavallino Rampante. © Ferrari S.p.A.

Der Klang des E-Ferrari

Ferrari-Fans fragen sich jetzt vielleicht – wie klingt der E-Ferrari? Das Team hat sich dafür entschieden, nicht den Klang eines Verbrennungsmotors künstlich zu replizieren, sondern den Sound des vollelektrischen Ferrari zu übernehmen. Dazu wird an der Hinterachse ein Hochpräzisionssensor angebracht, der die Frequenzen des Antriebsstrangs erfasst. Diese werden verstärkt und in die Umgebung übertragen.

Die Enthüllung des neuen „Ferrari Elettrica“ wird zu Beginn des Jahres 2026 mit einem Ausblick auf Optik und Haptik der Designkonzepte für den Innenraum fortgesetzt. Im darauffolgenden Frühjahr findet der Höhepunkt der elektrischen Reise statt, die Weltpremiere des neuen Modells.


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