Home Design-TickerDer Design-Ticker | 18. August 2026

Der Design-Ticker | 18. August 2026

von redaktion

Die heutige Auswahl im Design-Ticker zeigt Gestaltung vor allem als Instrument zur Veränderung der Wahrnehmung und des räumlichen Kontexts. Eine ehemalige Autofabrik wird zum Kunstzentrum, Felice Varini verwandelt Innenräume in optische Illusionen und ein Wohnhaus tritt in einen unmittelbaren Dialog mit der niederländischen Wasserlandschaft. Gleichzeitig zeigen Seikos experimentelle Uhren und der historische Blick auf den Arc de Triomphe, wie stark Gestaltung von der Frage geprägt ist, wie wir Objekte, Architektur und Stadt wahrnehmen und nutzen.

Domus – Renault-Fabrik wird zum Zentrum für zeitgenössische Kunst

Auf der Île Seguin in Boulogne-Billancourt bei Paris entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Renault-Fabrik ein neues Zentrum für zeitgenössische Kunst. Das Projekt von RCR Arquitectes transformiert die industrielle Vergangenheit des Ortes, ohne sie vollständig zu tilgen. Die Architektur verbindet große Ausstellungsflächen mit öffentlichen Bereichen und einer starken landschaftlichen Komponente. Damit wird ein ehemals abgeschottetes Industrieareal zu einem neuen kulturellen Anziehungspunkt im Großraum Paris – ein weiteres Beispiel für die Transformation industrieller Brachen durch Kultur und Architektur. (Quelle: Domus, https://www.domusweb.it/en/art/gallery/2026/07/21/paris-large-contemporary-art-centre-factory-island-renault-rcr.html)

Wallpaper* – Seiko denkt die Armbanduhr neu

Für das „Power Design Project 2026“ hat Seiko erneut Designer dazu eingeladen, die klassische Armbanduhr radikal weiterzudenken. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht einfach neue Zifferblattvarianten, sondern ungewöhnliche Vorstellungen davon, wie eine Uhr getragen, abgelesen und wahrgenommen werden kann. Die Projekte spielen mit Form, Material und Interaktion und zeigen die mechanische beziehungsweise elektronische Uhr als Experimentierfeld für Produktdesign. Damit knüpft Seiko an eine Tradition an, in der die Marke Design explizit als Labor für neue Ideen nutzt. (Quelle: Wallpaper*, https://www.wallpaper.com/watches-jewellery/seiko-power-design-project-2026)

Core77 – Felice Varini und die Kunst der optischen Täuschung

Core77 zeigt Arbeiten des Schweizer Künstlers Felice Varini, der Architektur und Geometrie zu großformatigen optischen Illusionen verbindet. Seine farbigen Linien und Formen wirken aus einem bestimmten Blickwinkel wie eine perfekte zweidimensionale Komposition. Bewegt sich der Betrachter durch den Raum, zerfällt das Bild und wird Teil der tatsächlichen Architektur. Varini macht damit die Wahrnehmung selbst zum Gestaltungsmaterial und zeigt, wie stark sich Raum durch einen gezielten Eingriff verändern lässt. (Quelle: Core77, https://www.core77.com/posts/145098/Felice-Varinis-Optical-Illusion-Interiors)

Interni – 190 Jahre Triumphbogen als urbanistisches Manifest

Interni blickt auf den Arc de Triomphe in Paris und seine Bedeutung für die Stadtplanung zurück. Was heute als monumentales Wahrzeichen erscheint, war von Beginn an Teil einer umfassenden städtebaulichen Vision. Die von Georges-Eugène Haussmann geprägte Neuordnung von Paris machte den Triumphbogen zum zentralen Knotenpunkt eines Systems aus Achsen und Boulevards. Fast zwei Jahrhunderte später steht das Monument damit noch immer für eine Form von Urbanismus, bei der Architektur, Verkehr und politische Repräsentation eng miteinander verbunden sind. (Quelle: Interni, https://www.internimagazine.com/architecture/cities/190-anni-dopo-larco-di-trionfo-resta-un-manifesto-di-urbanistica/)

designboom – Ein Haus zwischen Land und Wasser

designboom stellt ein Wohnhaus des niederländischen Architekten Erik Kruug in Loosdrecht vor. Das Projekt reagiert unmittelbar auf seine Lage in der wasserreichen Landschaft der Niederlande. Architektur und Umgebung werden nicht als voneinander getrennte Elemente verstanden. Das Haus orientiert sich an den Bewegungen des Wassers, den natürlichen Gegebenheiten des Grundstücks und den Blickbeziehungen in die Landschaft. Dadurch entsteht ein Wohnen, das weniger auf Abgrenzung als auf den kontinuierlichen Dialog mit der Umgebung setzt. (Quelle: designboom, https://www.designboom.com/architecture/erik-kruug-way-living-land-water-netherlands-loosdrecht/)


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