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Assistenzroboter Joey spricht Schwyzerdütsch

von redaktion
Joey Jinn-Bot, Spitch

Seit vielen Jahren entwickeln Ingenieure humanoide, also menschenähnliche Roboter. Diese Form bietet sich vor allen dann an, wenn die Maschine in Bereichen eingesetzt werden soll, in denen sich Menschen aufhalten. Also etwa in Pflegeeinrichtungen, Hotels, Einkaufszentren oder bei Messen. Die Wissenschaftler*innen haben im Lauf der Zeit Bewegung, Stabilität, Raumorientierung und Kommunikation immer besser in den Griff bekommen. Dennoch gibt es ein Problem, die Geschwindigkeit. So können etwa NASAs Roboter Valkyrie oder der japanische HRP-5P sich auch in schwierigen Umgebungen gut bewegen und Aufgaben lösen, aber Menschen schaffen diese sehr viel schneller. Weshalb sie in Bau und Konstruktion (die Rede ist von humanoiden Robotern) kaum eingesetzt werden. Anders sieht es bei Messen, Firmenveranstaltungen (als lustiges Gadget) oder im Betreuungs- und Pflegebereich aus.

Ein Beispiel für einen Roboter, der bereits im Einsatz ist, kommt aus der Schweiz. Das Top-Modell von Jinn-Bot Robotics & Design heißt „Joey“ und gemeinsam mit dem Spezialisten für Spracherkennung Spitch gelang es, einen Assistenzroboter zu entwickeln, der gesprochene Sprache versteht und darauf entsprechend reagiert. Er kann Kaffee servieren oder Auskunft geben. Obwohl der sprechende Roboter bereits in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in der Schweiz eingesetzt wird, handelt es sich bei „Joey“ nicht um einen Pflegeroboter, sondern um einen Serviceroboter, der für generelle Aufgaben wie Getränkeservice, Botengänge und allgemeines Auskünftegeben konzipiert wurde. Da es sich um eine Entwicklung aus der Schweiz handelt, versteht „Joey“ natürlich Schwyzerdütsch und spricht es auch. Er beherrscht aber auch Hochdeutsch und weitere Sprachen. „Joey stellt ein gelungenes Beispiel dar, wie die Kommunikation in gesprochener Sprache und sogar in Dialekten die Mensch-Maschine-Schnittstelle derart vereinfacht, dass es Spaß macht, mit einem Computer zu reden“, sagt Bernd Martin, Deutschland-Verantwortlicher bei Spitch. Für das Design des Roboters wurde weniger auf Menschenähnlichkeit geachtet als auf die Funktionalität des Geräts.

„Joey“ hat eine Größe von 125 cm und wiegt 16 kg. Sein Akku hält ungefähr 7-8 Stunden. Er bewegt sich auf drei Rädern durch den Raum und verfügt über 18 motorisierte Drehgelenke. Das „Gesicht“ besteht aus einem Computer-Pad. Der Roboter erkennt Menschen, Objekte und Barrieren und kann sich an Symbole, Marken oder Personen erinnern, die er zuvor getroffen hat. Der humanoide Roboter kann Gegenstände auf seinem Tablett transportieren und zum Beispiel Gäste begrüßen. Laut Jinn-Bot ist „Joey“ sogar einfühlsam und in der Lage, Stimmungen der Menschen wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Produziert wird „Joey“ im 3D-Druckverfahren in Mikrofabriken in der Nähe seines geplanten Einsatzortes. Deshalb kann jedes Modell genau und schnell an die jeweiligen Vor-Ort-Anforderungen angepasst werden. Interessant ist das „Buy, Rent or Lease a Bot“-Vertriebsmodell von Jinn-Bot. Dadurch können Kunden Roboter für kurze Zeiträume mieten oder für längere Phasen leasen und so ausgiebig testen. Ziel des Unternehmens ist es, erschwingliche Roboter anzubieten.

Spitch AG

Das Schweizer Unternehmen Spitch gehört zu den technologisch führenden Entwicklern und Anbietern von Sprachsystemen für Unternehmen und Behörden. Die Systeme der Firma sind bereits in vielen Branchen zu finden, in denen Sprachtechnologien eingesetzt werden. Dazu gehören Call- und Contact-Center, Banken, Versicherungen, Telekommunikationsfirmen, die Automobil- und Transportbranche, das Gesundheitswesen sowie der öffentliche Dienst.


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