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Effizienterer Verkehr durch Digitalisierung – Deutscher Mobilitätspreis 2021

von Uwe Prenner

Deutschland ist nicht gerade als digitaler Vorreiter bekannt. Den Mangel an politischem Verständnis und Maßnahmen in diesem Bereich müssen private Initiativen und Unternehmen ausgleichen. Best-Practice-Beispiele dafür liefert der Deutsche Mobilitätspreis. Damit ehren die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur smarte Mobilitätslösungen in Verbindung mit digitalen Innovationen. Von realitätsgetreuen Simulationen des Verkehrs, digitaler Navigation im Krankenhaus bis zu einer Softwareplattform für Lufttaxipiloten reichte die Palette der diesjährigen Awards. Die zehn Sieger*innen beweisen, wie der richtige Umgang mit Daten das Verkehrsgeschehen verbessern kann.

Insgesamt konnte der deutsche Mobilitätspreis in diesem Jahr 263 Einreichungen verzeichnen. Eine unabhängige Jury aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik wählte die zehn besten Projekte, den Gewinner des Sonderpreises und die drei Gewinner*innen des Ideenwettbewerbs aus. Der Deutsche Mobilitätspreis wurde heuer zum sechsten Mal verliehen.

Die Gewinner*innen

Mit der Software von AAI (Automotive Artificial Intelligence GmbH, Berlin) können Entwicklungsabteilungen von Herstellern und Zulieferern der Autobranche die Systeme zum automatisierten Fahren unter Realbedingungen am Computer testen. CABDO (CABDO GmbH, Dortmund) macht mehrere On-Demand-Services über App-Lösungen und als Software- sowie Backendprovider zugänglich und ist mit der eigenen Plattform im Ruhrgebiet aktiv. CARUSO Dataplace wiederum ist ein neutraler, offener, herstellerübergreifender Marktplatz für Automobildaten. Die Daten werden über eine standardisierte Schnittstelle sicher bereitgestellt. (CARUSO GmbH, Ismaning, Bayern)

Mehr Effizienz auf der Schiene

Transparente Informationsflüsse helfen, Beladungen der Güterzüge zu optimieren und Kosten im Betrieb zu senken. Damit kann der Anteil der Schiene am Güterverkehr signifikant gesteigert werden. Die Protostellar GmbH aus Brechen (Hessen) hat damit den digitalen Container auf Schiene gebracht. Digital fährt auch die S-Bahn in Hamburg. Bis Ende 2021 rüsten Siemens Mobility und Deutsche Bahn vier Fahrzeuge für die Strecke der Hamburger S-Bahn S21 erstmalig in Deutschland für den automatisierten Bahnbetrieb aus. Das Projekt ist Teil der Sektor-Initiative „Digitale Schiene Deutschland“. Digitale Patientennavigation: Während der Corona-Pandemie sollen Patient*innen so wenig Kontakt wie möglich zu anderen Patient*innen, Mitarbeiter*innen oder Objekten wie etwa Türgriffen haben. Die Entwicklung einer digitalen Patientenorientierung mit Live-Indoor-Navigation unterstützt diese Anforderungen. Dies ist eine Idee der Universitätsmedizin Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern).

Mehr Daten für besseren Verkehr

Die webbasierte Software SEVAS soll helfen, die Routenwahl des Logistikverkehrs durch die Bereitstellung aktueller, Lkw-relevanter Daten deutlich zu verbessern. So können Städte und Gemeinden vom Schwerlastverkehr entlastet werden. Eingesetzt wird diese Software von der Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH, Köln (Nordrhein-Westfalen). Die MIA map intelligence agency UG in Aachen hat eine Datenanalyseplattform für Mobilitätsunternehmen und Stadtverwaltungen entwickelt. Die MIA Mobility Engine ist eine digitale Plattform, mit deren Hilfe die Entwicklung nachhaltiger Mobilität vorangetrieben werden kann.

traigo“ sammelt, analysiert und macht Daten so nutzbar, dass sich Transportströme, Instandhaltungszeitpunkte und Laufzeitprognosen von Güterwagen erstellen lassen. Ein wichtiger Beitrag für den Schienengüterverkehr der Zukunft (VTG Rail Europe GmbH, Hamburg). Unisphere hat eine Softwareplattform entwickelt, die sämtliche sicherheitsrelevanten Aufgaben eines Drohnen- oder Lufttaxipiloten digital übernehmen kann. (Unisphere GmbH, Konstanz).

Die Sieger*innen des Ideenwettbewerbs

Aus 51 Einreichungen wählte die Jury die drei besten Ideen aus. Die Jury vergab in diesem Jahr neben dem ersten Preis auch zwei zweite Preise. Der erste Preis geht an den MarktKulturBus. Das ist eine digitale On-Demand-Lösung, die Impulse in die Kommunen und die Region bringt (Projektgruppe Mobile Dorfmitte, Berlin). Dr. Fabian Deitelhoff aus Dortmund darf sich über einen zweiten Preis freuen. Er hat eine digitale Plattform erstellt, über welche Akteure des Güterverkehrs verkehrsträgerunabhängige, multimodale Routen planen und buchen können. Ein weiterer zweiter Preis geht an den digitalen Kalender für intelligente Mobilität von Stefan Wagner aus Jena. Die Idee ist, den digitalen Kalender- bzw. Terminplaner für die intelligente Steuerung von Mobilität nutzbar zu machen.

Sonderpreis für Schienenjobs.de

Der Sonderpreis wurde dieses Jahr an Schienenjobs.de vergeben, einem gemeinsamen Projekt von Allianz pro Schiene e.V. sowie der index Internet und Mediaforschung GmbH. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass durch die unternehmensübergreifende Plattform das Angebot an Jobs im Bahnsektor transparent gemacht und so ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Schiene geleistet werde.


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