Im Rahmen der Pariser Designplattform Matter and Shape präsentierte Crosby Studios eine Installation, die ein gewöhnliches Element der Architektur neu inszeniert: die Steckdose. Unter dem Titel „Plug-it“ verwandelte das Studio des Designers Harry Nuriev das industrielle 22 System von Omer Arbel in eine räumliche Designkomposition.
Das von Arbel entwickelte 22 System – ursprünglich für die Marke Bocci entworfen – ist eine minimalistische Serie von Steckdosen, Schaltern und Datenanschlüssen, die flächenbündig in nahezu jedes Material integriert werden können. Statt der üblichen Abdeckplatten werden die Komponenten direkt in die Oberfläche „eingelassen“, etwa in Gipskarton, Stein, Beton, Holz oder Glas. Sichtbar bleibt lediglich die präzise ausgeschnittene Öffnung für den Stecker. Das System ist damit als Gegenposition zu herkömmlichen, oft als visuelle Störung empfundenen Steckdosenplatten konzipiert und verfolgt das Ziel, technische Infrastruktur möglichst ruhig in die Architektur einzubetten.
Für „Plug-it“ griff Crosby Studios dieses industrielle Prinzip auf und verkehrte es mit den Mitteln der künstlerischen Rauminstallation in sein Gegenteil. Die einzelnen Steckdosen erscheinen darin weniger als funktionale Elemente, sondern als grafische Punkte innerhalb einer komponierten Oberfläche. Der sonst unscheinbare Wandanschluss wird zum visuellen Motiv, das Rhythmus und Struktur erzeugt.
Besonders im Fokus stand dabei eine neue Farbvariante des Systems: Bleu Connecté. Die kräftige blaue Nuance setzte einen deutlichen Kontrast zu den neutralen Materialien der Installation und verwandelte die technischen Details in farbige Akzente. Damit verschob Nuriev den Blick vom rein funktionalen Produkt hin zu seiner ästhetischen Qualität.

Die Installation machte sichtbar, was im Alltag meist übersehen wird: dass selbst scheinbar banale Bauelemente wie Steckdosen wichtige Teile der architektonischen Gestaltung sind. In der Begegnung zwischen Arbels präzisem Industriedesign und Nurievs inszenatorischem Zugriff wurde das 22 System so zum Protagonisten einer räumlichen Designstudie – irgendwo zwischen Technikdetail, Grafik und Kunstinstallation.