Dass Bauten für das Militär architektonisch ansprechend gestaltet sein können, beweist ein Projekt des Bozener Büros Claudio Lucchin & architetti associati in den Südtiroler Alpen, das 2023 fertiggestellt wurde. Ohne Zweifel hat auch in der neuen Kaserne „Tempesti“ in Corvara auf 1.500 Metern Seehöhe die Funktionalität Vorrang, jedoch hinterlassen die vier Bauten des Logistik- und Übungszentrums Villagio Alpino Tempesti durch die helle Aluminiumhülle einen sehr angenehmen, zeitgemäßen Eindruck.
„Eine moderne und innovative Armee muss für Außenstehende durch zeitgenössische Architektur erkennbar sein“, meint Claudio Lucchin. Deshalb haben sich der Bozener Architekt und seine Büropartnerin Daniela Varnier gegen alpine Rustikalität und für klare Linien entschieden. Das Projekt steht für einen Imagewandel und für die Stiftung von Identität für die hier stationierten Gebirgsjäger und die 200 Personen, die jährlich zu Trainingszwecken anreisen.
Der moderne Look der Gebäudehülle wird durch den Einsatz von PREFALZ-Aluminium-Scharen in P.10-Prefaweiß erreicht, die für das Dach und die Fassade verwendet wurden. Die strahlende Farbe Weiß begünstigt nicht nur die visuelle Wahrnehmung, sondern reflektiert auch die intensive Sonneneinstrahlung dieser Höhenlage. Im winterlichen Weiß fügt sich das Gebäudeensemble unscheinbar „getarnt“ in die Alpenlandschaft ein, während es in schneefreien Jahreszeiten wie ein bauliches Wahrzeichen vor den mächtigen Gipfeln steht. Architekt Lucchin formuliert es so: „Wie Gebirgskuppen – weiß im Winter, kaum auffallend zwischen den verschneiten Hängen und Hochebenen, und im Sommer hervorstechend im Kontrast zu den grünen Weidewiesen.“
Präzise und schnelle Verlegung
In wenigen Monaten wurden 1.700 m² Dachfläche und 2.100 m² Fassadennettofläche montiert. Dabei galten wegen der exponierten Lage und der sicherheitsrelevanten Funktion hohe technische Anforderungen. Die PREFALZ-Scharen wurden in der Werkstatt präzise vorgefertigt und anschließend horizontal in unregelmäßigen Breiten verlegt und mithilfe von genauen Falzlinien gegliedert. Wegen der Dehnung des Materials wurden die gefalzten Scharen mit Haft- und Gleitpunkten auf der Unterkonstruktion der hinterlüfteten Fassade fixiert.
Realisiert wurde das Projekt von der Unionbau AG, einem Generalunternehmer mit Schwerpunkt auf Holz- und Metallbau. Projektleiter Simon Patzleiner koordinierte den gesamten Holzbau und die Fassadenarbeiten.