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Alberto Lievore über Harmonie mit der Natur

von redaktion

Einige Zeit nach Beginn des allgemeinen Lockdowns hat sich da und dort die Natur Lebensräume zurückerobert, die sonst von Menschen besetzt waren. Gleichzeitig hat die erzwungene Zurückgezogenheit viele Zeitgenoss*innen zum Nachdenken gebracht. Über sich, die Umgebung und die Situation, in der sich der Mensch angesichts der steigenden Umweltprobleme befindet. Muss sich unser Lebensstil ändern? Müssen wir auf die Natur sehr viel mehr Rücksicht nehmen, damit wir selbst langfristig überleben können? Die Zeit des totalen Lockdowns hat gezeigt, dass außergewöhnliche Maßnahmen möglich und durchsetzbar sind. Nun gilt es diesen Spirit auf die Klimakrise und die allgemeine Ökologiekrise umzulegen. Dass der Mensch in Harmonie mit der Natur leben muss, das glaubt auch Alberto Lievore. Der in Barcelona lebende argentinische Designer wurde vom Outdoor-Spezialisten Fast zu einem Interview zum Thema Natur gebeten. Unter anderem spricht Lievore in diesem Video darüber, dass sich der Mensch immer als außerhalb der Natur stehend gesehen habe, wo er doch ein Teil davon sei. Ihm persönlich habe die Natur stets sehr viel mehr Vergnügen bereitet, als der Besuch etwa einer Kunst-Ausstellung. Die Menschen müssten mit der Natur unbedingt in einer harmonischen Beziehung leben. Elemente sollten weniger alleinstehend beurteilt werden, sondern vielmehr im Zusammenhang mit anderen Elementen und im Gesamtkontext.

Das Interview wurde in italienischer Sprache geführt und Englisch untertitelt. Deshalb hier einige Auszüge des Gesprächs in Deutsch:

Alberto Lievore: Die Natur ist das Ergebnis einer Interaktion zwischen sehr unterschiedlichen Elementen, ihr Gleichgewicht hängt von der Stabilität jedes einzelnen Elements ab. Wir Menschen haben die Natur benutzt und ausgebeutet, ohne zu verstehen, dass wir ein Teil von ihr sind und dass unser ungebremstes Vorgehen ein gewaltiges Ungleichgewicht erzeugt, über das wir uns erst jetzt Sorgen zu machen beginnen. Die gegenwärtige Krise ist die Folge dieses Verhaltens und es liegt an uns, unsere Beziehung zu Mutter Natur, die uns so viel schenkt, zu verbessern.

Der Klimawandel, der inzwischen offensichtlich ist, hat bereits dazu geführt, dass wir Außenbereiche stärker nutzen. Dieser Trend wird sich nach dieser Krise noch verstärken, wenn es stimmt, dass geschlossene Räume ein größeres Risiko darstellen. Man wird nicht nur perfekte und elitäre Orte nutzen, sondern alle Bereiche, auch solche, die nur wenig Platz bieten. Die Möbel müssen daher zwangsläufig leicht und praktisch sein.

Schönheit ist „jene Eigenschaft, die uns dazu bringt, uns in bestimmte Dinge zu verlieben“, unabhängig von irgendwelchen Maßstäben und Stilrichtungen, die einzige Bedingung ist, dass sie uns dazu bringt, uns zu verlieben. Harmonie ist jene besondere Beziehung, die zwischen unterschiedlichen Elementen hergestellt wird, um etwas Schönes entstehen zu lassen. Damit will ich sagen, dass es die Qualität der Beziehungen ist, die unser Leben und damit unsere Arbeit prägt.

Alberto Lievore arbeitet seit 2017 mit Fast zusammen und hat in dieser Zeit fünf Kollektionen entworfen: vom stapelbaren Stuhl bis zu Beistelltischen und Esstischen, von der Chaiselongue über Sofas bis hin zum Schaukelstuhl. Die jüngste Kreation, die zu Beginn des Jahres präsentiert wurde, ist der Stuhl Ria, dem im Herbst 2020 weitere Sitzmöbel folgen sollen.


 

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