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Architekten*innen fordern Paradigmenwechsel der Baubranche

von redaktion
UK Architects Declare Climate and Biodiversity Emergency

Gebäude und Bauwesen sind für 40 % der energierelevanten CO2-Emissionen verantwortlich. Das bedeutet, einen massiven Einfluss auf die natürliche Umwelt dieser Industrie. Der fortschreitende Klimawandel und steigende Verlust an Biodiversität haben nun britische Architekturbüros veranlasst eine Initiative zu starten, in der sie den Notfall erklären. „UK Architects Declare Climate and Biodiversity Emergency“ heißt ein Aufruf, an dem als Gründungsunterzeichner einige der weltweit renommiertesten Architekturbüros beteiligt sind: Alison Brooks Architects, Allford Hall Monaghan Morris, AL_A, Caruso St John Architects, David Chipperfield Architects, dRMM, Feilden Clegg Bradley Studios, Foster + Partners, Haworth Tompkins, Hodder + Partners, Maccreanor Lavington, Michael Wilford, Rogers Stirk Harbour + Partners, Stanton Williams, WilkinsonEyre, Witherford Watson Mann und Zaha Hadid Architects.

Das Ziel dieses Aufrufs ist nichts weniger als ein Paradigmenwechsel in der gesamten Bauindustrie hin zu einer Produktions- und Arbeitsweise, die die ökologischen Grenzen nicht überschreitet. „Gemeinsam mit unseren Kunden müssen wir Gebäude, Städte und Infrastrukturen als untrennbare Elemente eines größeren, sich ständig erneuernden und sich selbst erhaltenden Systems planen und gestalten“, heißt es in der Deklaration. Forschung und Technologie würden es erlauben, sofort mit einer Transformation des Baugewerbes in all seinen Segmenten zu beginnen. Bisher hätte allerdings der kollektive Wille gefehlt.

Die Architekten wollen nicht nur die Aufmerksamkeit für diese Themen erhöhen, sondern die konkrete Entwicklung des Bauwesens hin zu regenerativem Handeln vorantreiben sowie Grundsätze für Klimaschutz und Biodiversität als Schlüsselmaß für den Erfolg der Branche festlegen. Dazu sei auch die finanzielle Unterstützung der Regierung in Form von Förderungen notwendig. In der Erklärung wird nicht nur auf neue Projekte eingegangen, sondern auch auf die Verbesserung des Bestandes als eine emissionsarme Alternative zu Abbruch und Neubau. Dem Upgrade des Existierenden sei der Vorzug zu geben. Außerdem müssten der Ressourcenverbrauch und der CO2-relevante Ausstoß über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt und berechnet werden. Auch die Produktion und Wahl der Materialien sowie die Abfallreduktion während des Prozesses müssten sich verändern bzw. verbessern.

Das gesamte Wissen, dass durch die Fokussierung auf Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität aufgebaut wird, soll auf Open Source Basis allen zugänglich gemacht werden.

Viele Architekturbüros arbeiten bereits jetzt zumindest teilweise oder für bestimmte Projekte nachhaltig. Der Aufruf der Initiatoren verdeutlicht aber die Notwendigkeit einer umfassenden und vor allem schnellen Veränderung der ganzen Branche, um endlich von einem Hauptverursacher des Klimawandels und der Vernichtung der Natur zu einem Teil der Lösung zu werden. Mittlerweile haben 261 britische Architekturbüros die Deklaration unterschrieben. Die 17 Gründungsunterzeichner waren allesamt Gewinner des britischen RIBA Stirling Prize.

 

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