Die heutige Auswahl verbindet Erinnerung, Identität und Transformation. Das POoR Collective übersetzt die oft unterschätzte Architektur britischer Wohnsiedlungen in ein textiles Muster, während Julie Blackmon den amerikanischen Mittleren Westen als Landschaft persönlicher Erinnerungen inszeniert. Auch Roberto D’Agostinos Wohnung wird zum persönlichen Archiv – diesmal aus Kunst, Designobjekten und Erinnerungen an Rom. Dem stehen zwei sehr unterschiedliche Formen der Transformation gegenüber: Eine ehemalige Fabrik wird zum Kulturort, während Louis Vuitton und Singer den Porsche 911 in ein umfassendes Objekt der Reisekultur verwandeln. Und mit dem winzigen Aquarell-Set von Blue Star Crafts zeigt sich schließlich, dass selbst Gestaltung und Kreativität auf kleinstem Raum funktionieren können.
Wallpaper* – Londoner Wohnsiedlungen werden zum Teppich
Das Londoner POoR Collective übersetzt die Geometrie britischer Wohnsiedlungen in einen farbenfrohen Teppich für Floor Story. Das Muster „Power“ abstrahiert typische Elemente von Hochhausanlagen – von horizontalen Laubengängen bis zu den markanten Grundrissen des Barbican. Für die Mitglieder des Kollektivs, von denen einige selbst in solchen Siedlungen aufgewachsen sind, geht es dabei auch um eine andere Sicht auf die oft umstrittene Architektur: Die Wohnblocks sind nicht nur modernistische Ikonen oder städtebauliche Problemzonen, sondern vor allem Lebensräume. (Quelle: Wallpaper*, https://www.wallpaper.com/design-interiors/interior-design/poor-collective-rug-design-floor-story-housing-estates)
Interni – Roberto D’Agostino über sein Rom
Roberto D’Agostino, Gründer des italienischen Medienportals Dagospia, öffnet die Türen zu seinem privaten Rom. Rund 3.000 Objekte, Kunstwerke und Designklassiker prägen seine Wohnung und machen sie zu einer Art persönlicher Bühne. Licht spielt dabei eine zentrale Rolle – von leuchtenden Palmen und Schildern bis zu einer Decke, die mit kleinen Lichtpunkten eine künstliche Galaxie bildet. D’Agostino spricht außerdem über das nächtliche Rom, seine frühere kulturelle Offenheit und eine gesellschaftliche Mischung, die er heute weitgehend verloren sieht. (Quelle: Interni, https://www.internimagazine.com/features/interviews/roma-vista-da-roberto-dagostino/)
Dezeen – Eine ehemalige Fabrik wird zum Kunstort
Dezeen stellt das Projekt von Kogaa für die Umnutzung der ehemaligen Smeral-Fabrik vor. Im Mittelpunkt steht die Transformation eines industriell geprägten Ortes in einen Raum für Kunst und kulturelle Nutzung. Die vorhandene Struktur wird dabei nicht einfach durch eine neue Architektur ersetzt, sondern bildet die Grundlage für den weiteren Entwurf. Industriegeschichte und zeitgenössische Kunst treffen so aufeinander – ein Ansatz, der exemplarisch für die zunehmende kulturelle Wiederbelebung ehemaliger Produktionsstätten steht. (Quelle: Dezeen, https://www.dezeen.com/2026/09/01/kogaa-smeral-art-factory/)
designboom – Julie Blackmons Erinnerungen an den amerikanischen Mittleren Westen
Die amerikanische Fotografin Julie Blackmon untersucht in ihrer neuen Publikation „Midwest Materials“ eine Landschaft, die zugleich vertraut und traumartig erscheint. Ihre inszenierten Fotografien bewegen sich zwischen Alltagsbeobachtung, Erinnerung und Fiktion und zeigen Vorstädte, Häuser, Gärten und Landschaften des amerikanischen Mittleren Westens in verfremdeter Form. Dabei geht es weniger um eine dokumentarische Darstellung als um die Frage, wie sich persönliche und kollektive Erinnerungen in Landschaften einschreiben. Die vertraute amerikanische Vorstadt wird zur Projektionsfläche für Kindheit, Familie und kulturelles Gedächtnis. (Quelle: designboom, https://www.designboom.com/art/julie-blackmon-midwest-materials-photographs-memory-american-landscape/)
Core77 – Ein Mini-Atelier für die Hosentasche
Core77 stellt die „Retro Mini Pochade Box“ von Blue Star Crafts vor – ein extrem kompaktes Aquarell-Set, entwickelt vom mexikanischen Architekten Federico Alvarado und der Designerin Daniela Ramón. Die gerade einmal rund 2,3 × 6 × 4,2 Zentimeter große Box enthält unter anderem einen Mini-Pinsel, einen Bleistift, Radiergummi, Sprühflasche und 30 Aquarellblätter. Seitlich lassen sich kleine Farbschalen befestigen. Das Objekt ist damit nicht nur ein praktisches Zeichenwerkzeug, sondern ein schönes Beispiel dafür, wie sich ein komplettes kreatives System auf ein überraschend kleines Format reduzieren lässt. (Quelle: Core77, https://www.core77.com/posts/145238/Blue-Star-Crafts-Retro-Mini-Pochade-Box)
Design Milk – Louis Vuitton und Singer machen aus einem Porsche ein Objekt der Reisekunst
Louis Vuitton und Singer Vehicle Design haben zwei Porsche 911 entwickelt, bei denen Automobilbau, Lederhandwerk, Uhrmacherei und die historische Reisekultur des französischen Luxuslabels zusammenfinden. Der erste Wagen verbindet Louis-Vuitton-Farben mit einem neu entwickelten mechanischen Bordchronometer und zahlreichen Details aus der Leder- und Gepäckwelt. Der zweite, gemeinsam mit Louis-Vuitton-Designer Nicolas Ghesquière entwickelte 911 Turbo, orientiert sich dagegen an klassischen Motorbooten und setzt auf Holzdetails und eine fast nautische Anmutung. Begleitet werden beide Fahrzeuge von speziell entwickeltem Gepäck, Kleidung und Reise-Accessoires. Das Ergebnis ist weniger eine klassische Markenkooperation als ein umfassendes Designkonzept rund um das Reisen. (Quelle: Design Milk, https://design-milk.com/louis-vuitton-singer-porsche-911/)
