Home Design-TickerDer Design-Ticker | 30. August 2026

Der Design-Ticker | 30. August 2026

von redaktion

Die heutige Auswahl im Design-Ticker kreist um die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Der Commodore 64 und transparente Elektronik erleben als Retro-Ästhetik eine neue Aktualität, während historische Bauernhäuser und ein charaktervolles Nashville-Haus zeigen, wie sich bestehende Räume weiterentwickeln lassen. Gleichzeitig wird Gestaltung selbst zum Medium des Erzählens: Miniaturtreppen lenken den Blick auf architektonische Details, Hotels übersetzen Literatur in räumliche Erfahrungen. Gemeinsam ist den Beiträgen die Idee, dass Erinnerung nicht im Widerspruch zu Innovation stehen muss, sondern zu einer wichtigen Quelle für neues Design werden kann.

Domus – Der Commodore 64 wird zum Cyberpunk-Computer

Domus berichtet über den Commodore 77, eine Neuinterpretation des legendären Commodore 64, die gemeinsam mit CD Projekt Red im Umfeld des Videospiels „Cyberpunk 2077“ entstanden ist. Die Retro-Hardware erhält eine deutlich futuristischere Erscheinung und verbindet die Ästhetik der 1980er-Jahre mit der visuellen Welt von Night City. Technisch basiert das Gerät auf einer leistungsfähigeren FPGA-Plattform und verfügt über deutlich mehr Arbeitsspeicher als der aktuelle C64 Ultimate. Das Projekt zeigt, wie stark die Sehnsucht nach historischen Computern inzwischen mit neuen Formen digitaler Popkultur verschmilzt. (Quelle: Domus, https://www.domusweb.it/en/news/gallery/2026/08/27/commodore-77-c64-cyberpunk-2077.html)

designboom – Die Kunst der kleinen Treppen

designboom widmet sich einer ungewöhnlichen Sammlung von Miniaturtreppen im Cooper Hewitt Design Museum in New York. Die Modelle reichen von präzisen architektonischen Studien bis zu beinahe skulpturalen Objekten und machen die Treppe zum eigenständigen Designgegenstand. Gerade weil die Modelle nicht betreten werden können, lenken sie den Blick auf Konstruktion, Proportion, Material und Detail. Die Miniatur wird damit zum Werkzeug, um ein alltägliches architektonisches Element neu wahrzunehmen. (Quelle: designboom, https://www.designboom.com/design/art-miniature-staircases-cooper-hewitt-design-museum/)

Dezeen – Bauernhäuser zwischen Tradition und zeitgemäßer Architektur

Dezeen stellt mehrere renovierte Bauernhäuser vor, die zeigen, wie sich historische Bausubstanz mit heutigen Wohnansprüchen verbinden lässt. Im Mittelpunkt stehen Projekte, bei denen die ursprüngliche Struktur und Materialität nicht beseitigt, sondern zum Ausgangspunkt für neue Raumkonzepte gemacht werden. Alte Mauern, Holzkonstruktionen und traditionelle Details treffen auf offene Grundrisse, zeitgemäße Einbauten und neue Bezüge zur Landschaft. Die Beispiele verdeutlichen, dass Weiterbauen am Bestand zunehmend eine Alternative zum vollständigen Neubau darstellt. (Quelle: Dezeen, https://www.dezeen.com/2026/08/29/farmhouse-renovations/)

Design Milk – Transparente Technik feiert ein Retro-Comeback

Design Milk beobachtet eine neue Welle transparenter Elektronik, die sich an den durchsichtigen Geräten der 1980er- und 1990er-Jahre orientiert. Sichtbare Gehäuse, Platinen und technische Komponenten werden dabei nicht länger versteckt, sondern selbst zum Gestaltungselement. Kopfhörer, Lautsprecher, Kameras und Gaming-Produkte greifen die Ästhetik der frühen transparenten Elektronik auf und kombinieren sie mit aktueller Technik. Ausgerechnet die Offenlegung des Innenlebens wird damit zu einem visuellen Gegenentwurf zur meist vollständig geschlossenen und anonymen Gestaltung moderner Elektronik. (Quelle: Design Milk, https://design-milk.com/transparent-tech-gadgets-retro-design/)

Architectural Digest – Ein Nashville-Haus als persönliches Geschichtsbuch

Architectural Digest zeigt das Zuhause von Callie Khouri und T Bone Burnett in Nashville. Die Drehbuchautorin und der Musiker haben ein Tudor-Haus mit viel historischem Charakter über zwei Jahre hinweg renovieren lassen, ohne dessen Atmosphäre zu verlieren. Originale Zuber-Tapeten, verzierte Kamine, Vintage-Möbel und persönliche Erinnerungsstücke treffen auf zeitgemäßen Komfort. Burnetts Studio und Büro beherbergen zudem Teile seiner umfangreichen Musikgeschichte. Das Ergebnis ist weniger ein repräsentatives Designerhaus als ein sehr persönliches Archiv gemeinsamer Lebens- und Kulturgeschichte. (Quelle: Architectural Digest, https://www.architecturaldigest.com/story/t-bone-burnett-and-callie-khouri-nashville-home)

Interni – Übernachten in einem Roman

Interni stellt fünf Hotels vor, die sich von großen Werken der Literatur inspirieren lassen. Die Projekte übertragen nicht einfach einzelne Motive aus bekannten Romanen in ihre Interieurs, sondern versuchen, Atmosphäre, Figuren und erzählerische Welten räumlich erfahrbar zu machen. Von Paris und London bis Forte dei Marmi entstehen so Hotels, in denen Gestaltung zur Form des Erzählens wird. Entscheidend ist dabei weniger eine möglichst direkte Illustration literarischer Vorlagen als die Fähigkeit des Interieurs, Assoziationen und eigene Geschichten entstehen zu lassen. (Quelle: Interni, https://www.internimagazine.com/interior/hotels/dormire-dentro-un-romanzo-cinque-hotel-ispirati-ai-grandi-classici-della-letteratura/)


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