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Die Wohnstraßen der Zukunft sind elektrisch

von redaktion
Electric Avenue, W9

Die Sutherland Avenue in Westminster, London ist die erste Wohnstraße Großbritanniens, die für das Laden von Elektrofahrzeugen umgerüstet wurde. Auf einer Strecke von einer halben Meile baute Siemens 24 Straßenlaternen in Ladestationen für Elektrofahrzeuge um. Bewohner*innen können nun ihr E-Auto an verschiedenen Stellen entlang der zur „Electric Avenue, W9“ mutierten Straße laden. In den nächsten Wochen sollen zwei benachbarte Straßen hinzukommen.

Dieses Projekt, das Siemens gemeinsam mit ubitricity und dem Westminster City Council durchführt, ist eine Antwort auf die Erkenntnis, dass laut einer Untersuchung (von Siemens) zwar 36 % der britischen Autofahrer den Kauf eines Hybrid- oder reinen Elektroautos als nächstes Fahrzeug in Erwägung ziehen, aber dass noch große Skepsis in Bezug auf ausreichende Lademöglichkeiten herrscht. 40 % der Befragten wären schon früher umgestiegen, wenn sich genügend Ladeoptionen geboten hätten. Dieser Trend der steigenden Bereitschaft zur Elektromobilität zu wechseln, hat mit einem zunehmenden Umweltbewusstsein auch in London zu tun. Vor allem die Frage der CO2-Emissionen dringt immer mehr ins Bewusstsein. Westminister sieht sich als Vorreiter, denn in diesem Londoner Stadtteil ist die Anzahl der Elektrofahrzeuge, die dort geladen werden, um 40 % gestiegen. Damit führt Westminister vor allen anderen Londoner Bezirken.

In Westminister gibt es derzeit 296 öffentliche Ladepunkte. Der City Council plant noch innerhalb des nächsten Jahres, auf 1000 Ladepunkte aufzustocken, um dem 40-prozentigen Anstieg an Elektrozulassungen im letzten Jahr nachzukommen. „Wir alle wissen, dass die Luftverschmutzung in London zur Hälfte auf den Straßenverkehr zurückzuführen ist. Westminster ist ein besonders stark befahrener Bezirk. Wir können die Problematik der Luftqualität zwar nicht über Nacht lösen, aber die ‚Electric Avenue, W9‘ zeigt auf beeindruckende Weise, was wir mit der Nutzung vorhandener städtischer Infrastruktur erreichen können. Sie verdeutlicht, wie Wohnstraßen schon in naher Zukunft aussehen werden und beschleunigt die Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge“, meint Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO von Siemens Smart Infrastructure. Das Thema Luftverschmutzung hat im Westminster City Council hohe Priorität. Der Umstieg auf grüne Technologien soll gefördert werden. „Wir möchten unseren Bürgern dort die Infrastruktur bereitstellen, wo sie für die Umstellung auf saubereren und grüneren Transport nötig ist“, betont Cllr Andrew Smith, der im Stadtrat von Westminster für Umwelt und Verkehrswege zuständig ist.

Die Befragung von Siemens zeigte auch ein Wissensdefizit in der Bevölkerung bezüglich darauf, wie viele Ladepunkte im Stadtgebiet eigentlich vorhanden sind. So glauben viele, es gäbe nur zwischen 100 und 200 Ladepunkte für E-Autos. Tatsächlich sind dies aber nur zehn Prozent der von Siemens durchgeführten Installationen. Das Unternehmen hat gemeinsam mit ubitricity bereits mehr als 1.300 Installationen im Großraum London umgesetzt. Damit wird die Kampagne #LetLondonBreathe des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan kräftig unterstützt. Daniel Bentham, Managing Director bei ubitricity UK ist überzeugt davon, dass es wichtig ist, kostengünstige Lösungen für das Laden von Elektrofahrzeugen anzubieten. „Autos sind zu 95 % ungenutzt. Er ist also nur sinnvoll, sie zu laden, während der Fahrer / die Fahrerin etwas anderes tut, zum Beispiel schlafen oder arbeiten. Unsere Technologie ist auf niedrige Installations- und Wartungskosten ausgelegt. Das bedeutet nachhaltig niedrige Kosten für Besitzer von Elektroautos und für Kommunen“, sagt Bentham.

Die Technologie, die in den umgerüsteten Straßenlaternen eingesetzt wird, ermöglicht es, Elektroautos über Nacht für eine Reichweite von ca. 200 bis 300 km zu laden, je nach Batterieladesystem des Fahrzeugs. Hybridfahrzeuge sind meist schon nach zwei bis drei Stunden voll aufgeladen.


 

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