Home Architecture Die Zeit als Architekt – Anupama Kundoo über die natürliche Ordnung

Die Zeit als Architekt – Anupama Kundoo über die natürliche Ordnung

von redaktion

„Vor den Menschen gab es eine Architektur, die das Leben selbst schuf“, sagt Anupama Kundoo. In diesem Video, produziert vom Louisiana Channel des Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk (Dänemark) spricht die indische Architektin über die „unglaubliche Ordnung, die von der Natur geschaffen wurde“. Sie sieht die Zeit als größten Architekten überhaupt. Deshalb beobachtet Kundoo ihre Umgebung aus der Perspektive der Evolution. Strukturen entwickeln sich evolutionär, sagt sie. „Die Strukturen alter Städte sind zum Beispiel den Netzwerken in Blättern sehr ähnlich. Ich erkannte, dass der Lauf der Zeit die Materie geprägt und die Architektur der Dinge geschaffen hat. Viele Fragen wurden bereits von der Natur gelöst“, erläutert Kundoo.

Anupama Kundoo gründete ihr preisgekröntes Architekturbüro im Jahr 1990. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf Materialforschungen und Experimenten, die einer Architektur mit geringen Umweltauswirkungen und sozioökonomischer Angemessenheit Vorschub geben. Kundoo hat sehr viel in Indien gebaut, aber auch internationale Erfahrungen gesammelt. Einen wichtigen Teil ihrer Karriere nimmt die Lehre ein. Sie unterrichtete an der TU Berlin, AA School of Architecture London, Parsons New School of Design New York, Universität Queensland Brisbane, IUAV Venedig und ETSAB Barcelona. Derzeit ist sie Professorin an der UCJC Madrid, wo sie den Vorsitz von „Affordable Habitat“ inne hat. 2013 nahm sie an der Biennale in Venedig unter der Leitung von David Chipperfield teil.

Anupama Kundoo wurde 1967 in Pune (Indien) geboren. Sie absolvierte 1989 das Sir JJ College of Architecture an der Universität von Mumbai und promovierte 2008 an der TU Berlin. Das Interview mit Kundoo führte Mette Marie Kallehauge im Zusammenhang mit der Ausstellung „Taking Time“ im Louisiana Museum of Modern Art, die im Oktober startete und noch bis zum 28. Februar 2021 laufen wird.

Kamera: Klaus Elmer
Schnitt: Klaus Elmer
Produktion: Mette Marie Kallehauge und Marc-Christoph Wagner
Copyright: Louisiana Museum of Modern Art, 2020
Unterstützung: Dreyers Fond


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