Home Design Emiliano Ponzis Mailand – 6 Poster für den Salone

Emiliano Ponzis Mailand – 6 Poster für den Salone

von Markus Schraml
Das 60er-Jahre Poster von Emiliano Ponzi in animierter Form.

Der Salone Del Mobile in Mailand feiert in diesem Jahr sein 60. Jubiläum. Nicht nur wegen dieser runden Zahl hat die Ausgabe 2022 des weltgrößten Designevents eine besondere Bedeutung. Sie steht auch für einen Wiederbeginn und eine Rückkehr zu gewohnter Größe, nach zwei Jahren der Verschiebungen und Absagen. Die Veranstalter haben sich dafür einiges vorgenommen. So werden neben der Internationalen Messe für Einrichtungszubehör auch die Biennalen EuroCucina plus die Begleitveranstaltung FTK (Technology For the Kitchen) sowie die Internationale Bad-Ambiente-Messe veranstaltet. Ebenso ist das S.Project und der SaloneSatellite (mit 600 Jungdesignern) wieder mit dabei.

Das 70er-Jahre Poster von Emiliano Ponzi in animierter Form.

Eine angenehme Besonderheit für den 60er aus dem Bereich Marketing sind die Illustrationen des mehrfach ausgezeichneten Künstlers Emiliano Ponzi. Er gestaltete für jedes Jahrzehnt ein Poster, das den Geist der Zeit einzufangen versucht. Dabei vermeidet er zu viel Informationen und setzt lieber auf Emotionen, welche er aus Ritualen und Bräuchen speist, die Italien und Mailand seit 1961 geprägt haben. Ponzi sah es fast als eine Pflicht an, diesen Auftrag anzunehmen, denn: „Diese wegweisende Institution und ihre Verbindungen zu Mailand gerade jetzt zu erzählen, an diesem komplizierten Punkt der Geschichte, bedeutete, Design als Instrument der Erlösung für einen ganzen Sektor und für eine ganze Gesellschaft zu sehen. Ich stellte mir eine herausfordernde Reise vor, auf der ich als Dolmetscher für die Männer und Frauen fungieren müsste, die dazu beigetragen haben, Mailand zu einem Ort für kulturellen Austausch zu machen. Es war wirklich spannend und aufregend“, sagt Ponzi.

Emiliano Ponzi ist mehrfach ausgezeichneter Illustrator. Zu seinen Klienten zählen das MoMa, Lamborghini, die New York Times, Apple, Louis Vuitton oder Vanity Fair. Er lebt in Mailand. © Ioan Pilat

Mailand im Spiegel der Jahrzehnte

Das erste Poster zeigt ein Mailänder Interieur der Sechzigerjahre, das zweite eine Verkehrssituation aus den Siebzigerjahren, im dritten Bild konzentrierte sich Ponzi auf das lebenslustige Mailand der Achtziger (Milano da bere), die Stadt der Mode und des Designs. Für die Neunzigerjahre ließt er sich von der Mailänder Scala und ihrer Beziehung zum Salone inspirieren, während er für das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends die neuen Räumlichkeiten der Fiera Milano in Rho in den Fokus stellte, die von Massimiliano Fuksas entworfen und 2005 eingeweiht wurden. Das letzte Poster reflektiert die Vergangenheit und soll die Zukunft einläuten, wobei der Nachhaltigkeitsgedanke im Mittelpunkt steht, der heute zu den Messeschwerpunkten gehört. (die letzten beiden Poster sind noch nicht veröffentlicht, Stand: 30. April)

Ponzis Arbeit beinhaltet einerseits viele repräsentative Elemente der Stadt Mailand, die in Beziehung zum Salone stehen, während sich darin gleichzeitig ein übergreifender Ansatz und eine Vision ausdrückt. Seine Illustrationen sind generell sehr erzählerisch und strahlen eine künstlerische Wärme aus, die enorm verführerisch ist. Sein malerischer Strich ist klar und vermittelt das angenehme Gefühl von Retro. Wobei kein konkreter Bezugspunkt (oder viele) in der Vergangenheit auszumachen ist.

Mailand in den 80er-Jahren – nach Emiliano Ponzi.

Lebendige Poster

Die Illustrationen sind übrigens auch mit einem Augmented Reality Projekt verknüpft, das von dem Mailänder Kreativstudio Alkanoids umgesetzt wurde. Mittels App erwachen verschiedene Elemente in den Postern zum Leben – sprich sie bewegen sich. Um diesen Effekt darzustellen, hat das Salone-Team einige animierte Videos produzieren lassen.

Das 90er-Jahre Poster von Emiliano Ponzi in animierter Form.

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