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Erste Zulassung für ein Elektroflugzeug

von redaktion
Velis Electro Pipistrel

Mit der weltweit ersten Zertifizierung eines elektrisch angetriebenen Flugzeugs haben die Luftfahrtsicherheitsbehörde EASA und der Flugzeugbauer Pipistrel Luftfahrtgeschichte geschrieben. Nach nur drei Jahren gelang es dem slowenischen Spezialisten für Kleinflugzeuge für seine Velis Electro (Model Virus SW 128) die Musterzulassung zu erhalten. Dieses Ziel konnte nur durch die enge Zusammenarbeit mit der EASA (European Union Aviation Safety Agency) so schnell erreicht werden.

Die Zertifizierung erfolgte in zwei Schritten: Erstens wurden die typischen Zulassungsuntersuchungen für das Flugzeug durchgeführt, zweitens ein koordiniertes Flugtestprogramm unter Verwendung einer Flotte von (nicht-zertifizierten) Alpha Electros gemäß EASA-Fluggenehmigung absolviert. Patrick Ky, Executive Director der EASA spricht von einem Meilenstein und einem aufregenden Durchbruch, der hier gelungen sei: „Dies ist das erste von der EASA zertifizierte Elektroflugzeug, aber es wird sicherlich nicht das letzte sein, denn das Ziel ist, die Luftfahrtindustrie durch neue Technologien leiser und emissionsärmer zu machen, und damit die Nachhaltigkeit der Luftfahrt zu verbessert“, sagt Ky.

Die Velis Electro ist ein zweisitziges Flugzeug, das hauptsächlich für die Pilotenausbildung eingesetzt werden soll. Es wird von dem ersten bereits vor einem Monat zertifizierten Elektromotor angetrieben, dem E-811-268MVLC. Gründer und CEO von Pipistrel Aircraft Ivo Boscarol betont die Wichtigkeit dieser Typenzertifizierung für die zukünftige kommerzielle Nutzung von Elektroflugzeugen: „Das gibt auch anderen Entwicklern von Elektroflugzeugen Zuversicht, dass die Typenzertifizierung von Elektromotoren und Flugzeugen möglich ist.“ Und Dominique Roland, Leiter der Abteilung Allgemeine Luftfahrt bei der EASA ergänzt: „Dies war ein wirklich bahnbrechendes Projekt, das viele Erkenntnisse für die künftige Zertifizierung von Elektromotoren und -flugzeugen geliefert hat. Zweifellos ist dies ein Wachstumsbereich in den kommenden Jahren im Einklang mit den Zielen des Umweltschutzes.“

Konkret konnte die EASA wertvolle Erfahrungen im Hinblick auf Batterien, deren Managementsysteme und über Triebwerke für Elektromotoren sammeln. All diese Informationen sind in die E&HPS Special Condition eingeflossen und werden den elektrischen Flug weiter ermöglichen. Paolo Romagnolli, Leiter Engineering bei Pipistrel spricht von einer technischen Herausforderung, die gemeistert worden sei und wofür das EASA-Musterzertifikat nun eine schöne Bestätigung sei. „Dies mit einem relativ kleinen Team erreicht zu haben, ist ein Beweis dafür, dass junge, talentierte und motivierte Fachkräfte Innovationen in die Realität umsetzen können. Eine Arbeit zu vollbringen, die noch niemand zuvor geleistet hat, macht uns als Mitglieder des Engineering-Teams sehr stolz.“

Pipistrel wird noch in diesem Jahr 31 Velis Electro in sieben verschiedene Länder ausliefern. Der erste Kunde ist AlpinAirPlanes: „Mit mehr als 400 Flugstunden und 25 Piloten, die mit dem Vorläufer Alpha Electro unterwegs waren, sind wir davon überzeugt, dass sich elektrisches Fliegen hervorragend für das Tagesgeschäft einer Flugschule eignet“, betont Marc B. Corpataux. „Zunächst werden wir 12 Flugzeuge auf 10 Flugplätze in der Schweiz verteilen. Jeder Standort wird mit 150 m² Photovoltaik-Modulen ausgestattet, die Strom für 12.000 Flugstunden mit der Velis Elektro erzeugen. Wir freuen uns, ein möglichst umweltfreundliches Training anbieten zu können.“


 

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