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Erstes Wasserstoffschiff auf Weltreise

von Markus Schraml

Beim Thema nachhaltige Energie geht es darum, Alternativen aufzuzeigen, die Energiegewinnung aus der Natur erlauben, ohne diese restlos auszubeuten oder zu zerstören. Es gibt einige bemerkenswerte Projekte, die sich in diesem Zusammenhang der Mobilität verschrieben haben. Emissionsfreie Fortbewegung mit technischen Hilfsmitteln findet sich etwa beim Solarflugzeug Solar Impulse von Bertrand Piccard und André Borschberg oder bei PlanetSolar, einem Katamaran, der ausschließlich mit Sonnenenergie angetrieben wird.

Energiegewinnung und Energiespeicherung

Einer anderen alternativen Antriebstechnik hat sich das Projekt Energy Observer gewidmet. Es handelt sich um ein Schiff, das von Wasserstoff bewegt wird und das in Kooperation mit dem Grenobler Forschungsinstitut CEA-Liten entwickelt wurde. Interessant dabei ist, dass der benötigte Wasserstoff an Bord produziert wird und dass das System auch andere erneuerbare Energiequellen miteinbezieht. Da es bei solchen Großprojekten auch immer um die Erregung von medialer Aufmerksamkeit geht, befindet sich die Energy Observer seit einiger Zeit auf einem Trip rund um den Globus, der 6 Jahre dauern soll. Das Ganze ist vor allem eine Forschungsmission, die das Zusammenspiel von Energiegewinnung und Energiespeicherung wissenschaftlich untersucht und dabei nachhaltige, auf breite Basis anwendbare Lösungen für eine Energiewende finden will.

„Auf See, an Bord der Energy Observer, benötigen wird Sonne, Wind, Batterien und Wasserstoff. Eigentlich ist es wie an Land. Es geht darum, die verschiedenen Energiequellen und Speichersysteme miteinander zu verbinden. Und wir müssen lernen, wie das am besten geht. Es gibt nicht die eine Lösung für den Klimawandel, sondern eine ganze Reihe von Möglichkeiten.“

Victorien Erussard

Der Kapitän des Schiffes ist Victorien Erussard, die Leitung der Expedition hat Jérôme Delafosse inne. Die 6 Jahre lange Reise wird die beiden und das Team in 50 Länder führen und während der geplanten 101 Aufenthalte, geht es darum, Menschen zu treffen, die die Zukunft mitgestalten und die beweisen, dass eine saubere Welt möglich ist.

Energieautonomie an Bord
Die Energy Observer strebt nach völliger Energieautonomie mit null Emissionen an Treibhausgasen und Feinstaubpartikeln. Der ehemalige Rennkatamaran wurde dafür komplett umgebaut zu einem elektrisch betriebenen Schiff der Zukunft mit einer Mischung aus erneuerbaren Energien und einem System, das kohlenstofffreien Wasserstoff an Bord aus Meerwasser produziert.

„Die ökologische Wende muss als ein Versprechen für eine bessere Welt gesehen werden. Mit dieser exklusiven Reise wollen wir die Menschen zum Träumen bringen, Aufmerksamkeit erregen und beweisen, dass die Menschen mit der Natur in Harmonie leben können. Der Kampf gegen die globale Erwärmung kann neue Türen öffnen und neue wirtschaftliche Möglichkeiten auftun.“ 

Jérôme Delafosse

Toyota als Sponsor

Neben einer Reihe von Sponsoren unterstützt auch Toyota dieses Projekt. Der japanische Autobauer ist Wasserstoffspezialist und -pionier und bringt dieses Know-how über Toyota Motor Europe mit ein. Wasserstoff hat den Vorteil, dass er im Vergleich zu einer reinen Batteriespeicherlösung viel leichter ist (50 % der Verdrängung es Schiffes). Außerdem macht er die Energy Observer unabhängiger, weil er an Bord hergestellt werden kann. Die Verantwortlichen bei Toyota blicken der Ankunft der Energy Observer 2020 in Japan mit Spannung entgegen. Der Plan ist, rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Tokio vor Ort zu sein.

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