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Fährschifffahrt soll grüner werden

von redaktion
Vigor Olympic Class for Washington State Ferries, ABB

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) will die jährlichen Emissionen bis 2025 um 30 % reduzieren. Diese Zielvorgabe setzt die Branche unter Handlungsdruck. Deshalb schlägt auch die größte Fährschiffsreederei der USA Washington State Ferries den Kurs in Richtung emissionsfreien Betrieb ein. Das US-amerikanische Schiffbauunternehmen Vigor Fab LLC wurde damit beauftragt, neue Schiffe zu liefern bzw. die bestehende Flotte mit Hybridantrieben oder Plug-in-Hydriden umzurüsten. Die Hybridantriebs- und Energiespeichersysteme kommen vom Schweizer Antriebstechnik-Spezialisten ABB.

Für den Weg in eine emissionsfreie Zukunft brauchen wir Technologien, die heutigen Umwelt- und Kostenanforderungen gerecht werden und die Flexibilität bieten, in den kommenden Jahren zukünftige Energiequellen zu integrieren“, sagt Juha Koskela, Managing Director bei ABB Marine & Ports. „ABB freut sich sehr, dieses Projekt zu unterstützen. Wir zeigen damit, wie elektrische, digitale und vernetzte Lösungen den Weg für eine emissionsfreie Schifffahrt freimachen können.“ Mit dem Stromverteilungssystem Onboard DC Grid™ und Antriebstechnik von ABB werden die neuen Fähren ihren Energieverbrauch optimieren, unabhängig davon, ob die Hauptmaschine, die Batterie oder eine Kombination aus beidem genutzt wird. Die Klimafreundlichkeit des emissionsfreien Batteriebetriebs kann noch erhöht werden, wenn erneuerbare Energiequellen, wie etwa Wasserkraft, zum Einsatz kommen.

Die neuen Fährschiffe der „Olympic Class“ von Vigor bieten Platz für 1.500 Passagiere und 144 PKW. Modernste Technologien sorgen dafür, dass der Treibstoffverbrauch erheblich reduziert wird und sich damit der Ausstoß von Treibhausgasemissionen verringert. Die erste Fähre soll 2024 ausgeliefert werden. Für Washington State Ferries ist dies eine Premiere, denn die „Olympic Class“-Fähre wird die erste mit einem Hybridantrieb und leistungsstarken Energiespeichersystemen sein. Die neuen Fährschiffe können entweder vollständig im Batteriebetrieb oder im Hybridmodus fahren. „Mit diesem Projekt unterstützen wir den Bundesstaat Washington in seinem Bestreben, bis 2050 die Emissionen im Vergleich zu 2019 um 57,5 Prozent zu reduzieren. Dafür kommt eine hybride Antriebslösung zum Einsatz, die Platz spart, leicht zu installieren ist und einen flexiblen Betrieb ermöglicht“, erklärt Jay Hebert, Vice President Marine Fabrication bei Vigor. „Grundlage für das Vorhaben ist die Verpflichtung des Gouverneurs von Washington, Jay Inslee, des Parlaments und von Washington State Ferries, im Einklang mit dem klaren Bekenntnis des Bundesstaates zum Umweltschutz veraltete Fähren durch saubere Technologien zu ersetzen.“

Bis zum Jahr 2040 sollen bei Washington State Ferries 13 bestehende Schiffe mit Dieselmotor durch neue mit Hybridantrieb ersetzt und sechs Fähren mit Plug-in-Hybridtechnik nachgerüstet werden. An vielen Terminals des Fährbetreibers werden Ladeeinrichtungen installiert, an denen die Hybridschiffe ihre Batterien aufladen können. Auf kürzeren Strecken soll auch ein vollelektrischer Betrieb möglich sein. Mit dieser Erweiterung der Flotte prognostiziert das Unternehmen für das Jahr 2040 einen Kraftstoffverbrauch von 9,5 Millionen Gallonen (ca. 36 Millionen Liter), gegenüber 19 Millionen Gallonen (ca. 72 Millionen Liter) im Jahr 2018. Die CO2-Emissionen werden dadurch voraussichtlich bereits bis 2034 unter das für 2050 angepeilte Reduktionsziel sinken.

Die Fahrgastzahlen in der Fährschifffahrtsbranche steigen. Laut dem Branchenverband Interferry befördern Fähren weltweit 2,1 Milliarden Passagiere und 250 Millionen Fahrzeuge jährlich. Umso wichtiger ist der Umstieg von Dieselmotoren auf umweltfreundliche Antriebsvarianten.


 

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