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Feldversuch zur Energiewende – Smart Fossil Free Island

von redaktion
Smart Fossil Free Island, Renault

Während die Börsen ob eines möglichen Zusammenschlusses von Fiat Chrysler und Renault jubeln (wie immer wenn große Fusionen inklusive „Optimierung“ des Mitarbeiterstandes angekündigt werden) und die französische Regierung (15 % Anteil an Renault) im Fall eines Zustandekommens eine Führungsrolle des neuen Konzerns in der Batterieentwicklung anmahnt, testet Renault die Wende zur E-Mobilität im Reallabor auf Porto Santo. Auf der 42 m² großen Atlantikinsel wird seit Februar 2018 das Projekt „Smart Fossil Free Island“ von Renault Energy Services und dem Energieversorger Empresa Electricidade da Madeira betrieben. Die zu Portugal gehörende Insel ist der ideale Testrahmen, weil sie bisher völlig von fossilen Energieimporten abhängig war. Nun wird hier der Übergang zum postfossilen Zeitalter mit dem Zusammenspiel von E-Mobilität und erneuerbarer Energie geprobt.

Das Projekt besteht aus den Bausteinen E-Autos, intelligente, effiziente Ladelösungen (Smart Charging), bidirektionales Laden für die Unterstützung des Stromnetzes durch Elektrofahrzeuge bei hoher Auslastung und Weiterverwendung der Elektroauto-Akkus nach Ende ihrer Laufzeit. Renault betreibt dafür einen Fuhrpark von 20 E-Autos: 14 Renault ZOE sowie 6 Kangoo Z.E. Letztere sind als Taxis bzw. für einen Hotel-Shuttledienst im Einsatz. Die Renault ZOEs stehen unter anderem der Kommunalpolizei für Streifenfahrten und dem Energieversorger EEM für Servicefahrten zur Verfügung. Die Ladeinfrastruktur mit 40 Stationen versorgt die Insel flächendeckend. Der Strom wird über Wind und Sonne erzeugt, die je nach Wetterverhältnissen mehr oder weniger viel Energie liefern. Das verwendete Smart Charging hilft diese Schwankungen auszugleichen und die Ladevorgänge effizienter zu machen.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt auf Porto Santo und Baustein für eine erfolgreiche Energiewende ist die bidirektionale Ladetechnik. Seit März 2019 sind zwei Renault ZOE als Prototypen auf der Insel unterwegs. Das Vehicle-to-grid-charging macht E-Autos zu einem Bestandteil der allgemeinen Stromversorgung, indem Verbrauchsspitzen im Netz durch die Fahrzeugbatterien ausgeglichen werden.

Geht die Lebenszeit der Batterien in den E-Autos zu Ende, landen sie nicht auf dem Müll, sondern führen ihr Second Life als Spannungspuffer, die überschüssige Sonnen- und Windenergie speichern. Auf Porto Santo gibt es zwei lokale Speicherstätten, die bei hoher Netzauslastung bis zu 132 kW liefern. Damit werden etwa Wohnhäuser, Büros oder isolierte Ladestationen versorgt. Das „Smart Fossil Free Island“-Projekt ist ein Modellversuch unter Realbedingungen und kann eine Blaupause für andere Regionen sein.

 

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