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KI schreibt Filmdrehbuch für Lexus

von Markus Schraml
KI schreibt Drehbuch für Lexus

Mit dem Film „Driven by Intuition“ wagt Lexus ein zukunftsträchtiges Experiment. Erstmals wurde ein Drehbuch vollständig von einer künstlichen Intelligenz geschrieben. Inszeniert hat den einminütigen Film Regisseur Kevin Macdonald, der unter anderem für Arbeiten wie „Der letzte König von Schottland“, „Whitney“ oder die Oscar-prämierte Doku „Ein Tag im September“ verantwortlich zeichnete. Das Projekt stellt die weltweit erst Zusammenarbeit von Maschine und Mensch in diesem Bereich dar.

Das Kurzdrama erzählt die Geschichte eines Takumi-Meisters von Lexus, der seine intensive Arbeit vollendet und den neuen Lexus ES in die Welt entlässt. Den dortigen Gefahren kann das Auto in letzter Sekunde durch den automatischen Notbremsassistenten entkommen. Es war naheliegend die neuen intuitiven Fahrzeugtechnologien wie das Lexus Safety System+ mithilfe einer KI zu präsentieren. Es erkennt potenzielle Gefahren und warnt den Fahrer – in letzter Konsequenz greift es selbstständig in das Bremssystem und die Lenkung ein, um Unfälle zu vermeiden oder zumindest die Folgen abzumildern.

Die Lexus Kreativagentur The&Partnership London hat in Kooperation mit dem technischen Partner Visual Voice einen KI-Drehbuchschreiber entwickelt. Dabei wurden IBM Watson Supercomputer-Werkzeuge und -Anwendungen eingesetzt. Als dann das Skript Macdonald vorgestellt wurde, war er sofort davon fasziniert, erkannte aber auch, dass ein anderer Ansatz als bei konventionellen Filmen nötig war. „Die Tatsache, dass künstliche Intelligenz einer weiteren Maschine Empfindungen verleiht, sie in eine Art Kampfsituation bringt und sie dann in den Sonnenuntergang entkommen lässt, ist eine starke emotionale Reaktion eines Roboters. Die charmant vereinfachende Art und Weise, wie KI die Geschichte geschrieben hat, fasziniert auf emotionale Weise und ist auch unerwartet genug, um dem Film eine eindeutig nicht-menschliche Note zu geben“, meint Macdonald.

Künstliche Intelligenz schreibt Film zum Lexus ES. Foto: © Vlad Cioplea
Künstliche Intelligenz schreibt Film zum Lexus ES. Foto: © Vlad Cioplea
KI schreibt Drehbuch für Lexus
Die weltweit erste Zusammenarbeit zwischen künstlicher Intelligenz und einem menschlichen Regisseur lotet aus, wo die Grenzen eines harmonischen Zusammenspiels von Mensch und Maschine liegen. Foto: Vlad Cioplea
KI schreibt Drehbuch für Lexus
Der Film erzählt die Geschichte eines Takumi Meisters von Lexus, der seine akribische Arbeit vollendet und den neuen Lexus ES in die Welt entlässt. © Vlad Cioplea
Lexus, KI schreibt Film
Regie führte Kevin Macdonald, zu dessen Erfolgen Filme wie The Last King of Scotland gehören. © Lexus
KI schreibt Filmdrehbuch für Lexus ES
Der Film ist teil der Werbekampagne zum Start des Lexus ES in Europa. © Lexus

Für das Projekt wurde die künstliche Intelligenz mit Informationen über preisgekrönte Automobil- und Luxuswerbungen gefüttert und Daten zur emotionalen Intelligenz durch den Videomarktplatz Unruly eingespeist. Um zu erreichen, dass der Film nicht zu vertraut werden würde – aufgrund der Informationen zu früheren Werbespots – wurden zusätzliche Daten über die Marke Lexus und das Projekt eingegeben. Alex Newland von Visual Voice erklärt dazu: „Anfangs war es fast unmöglich, zu wissen, welche Qualität und Verständlichkeit die KI produzieren würde. Umso befriedigender und aufregender ist es, nun den fertigen Film als Ergebnis einer echten, eigenständigen kreativen Leistung zu sehen.“

„Ich dachte, ich schreibe einen Werbefilm mithilfe von KI. Stattdessen übernahm sie die Führung und schrieb das gesamte Drehbuch: eine Maschine, die die Geschichte einer zum Leben erwachenden Maschine erzählt. Viele KI-Arbeiten waren bislang wegen des Prozesses selbst interessant. Jetzt ist es so, weil das Endprodukt an sich gut ist“, sagt Dave Bedwood, Creative Partner bei The&Partnership.

Für Drehbuchschreiber mag diese Meldung eher eine Schreckensnachricht sein, für Datensammler und -einspeiser eine Frohbotschaft. In jedem Fall ist es ein weiterer Mosaikstein in der Erforschung der Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz. Wobei hier die Grenze von der intelligenten Verarbeitung großer Datenmengen zu tatsächlich selbstständigen Erkenntnisleistungen und genuin neuen Schlussfolgerungen noch nicht überschritten scheint – oder doch?

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