Im Jahr 2025 verzeichnete der Prix Ars Electronica, einer der weltweit wichtigsten Wettbewerbe für Medienkunst, 3.987 Einreichungen aus 98 Ländern. Nun stehen die vier Preisträger fest, die mit den Goldenen Nicas und je bis zu 10.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet werden. In der Kategorie New Animation Art setzten sich Frode Oldereid und Thomas Kvam (Norwegen) mit „Requiem for an Exit“ durch. Die raumgreifende Installation besteht aus einem vier Meter hohen Roboter, der in einem Monolog Genozide in der Menschheitsgeschichte reflektiert – und dabei die Verantwortung jedes Einzelnen thematisiert.
In der Kategorie Digital Musics & Sound Art wurden Navid Navab (Iran/Kanada) und Garnet Willis (Kanada) mit ihrem Projekt „Organism“ ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht eine robotisch modifizierte Orgel, die sich aus dem rigiden Muster vorgegebener Sakralmusik befreit und auf unkontrollierbare Klangereignisse einlässt. In der Kategorie Artificial Life & Intelligence ging die Goldene Nica an Paula Gaetano Adi (Argentinien). Auf den historischen Spuren der Befreiungsbewegungen Lateinamerikas im 19. Jahrhundert überquerte ein Roboter namens Guanaquerx gemeinsam mit einer Reihe von Tieren und Menschen in sieben Tagen die Anden. Das Projekt entwirft eine Vision, in der KI und Robotik zu einer positiven, kollaborativ gestalteten Zukunft beitragen könnten. In der vierten Kategorie, u19–create your world waren Kinder und Jugendliche in Österreich aufgerufen, ihre Ideen zu einer Welt von Morgen einzureichen. Die überzeugendste Arbeit kam von Aleksa Jović und Nico Pflügler (Gilbert Gnos Productions) von der HBLA für künstlerische Gestaltung in Linz. Für ihren experimentellen Kurzfilm „Das Ziegenkäsemachen aus der Sicht der Ziege“ wurden sie mit der Goldenen Nica und 3.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet.
Zusätzlich gab es pro Kategorie mindestens zwei Awards of Distinction und mehrere Honorary Mentions. In der Kategorie „u19–create your world“ wurden dazu noch Hauptpreise für junge Kreative in den Altersgruppen u10, u12 und u14 vergeben. Außerdem kamen der Ars Electronica Award for Digital Humanity und der Isao Tomita Special Prize zur Verleihung. Grundsätzlich werden mit dem Prix Ars Electronica Projekte ausgezeichnet, die an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft Pionierarbeit leisten.